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Joh. 19, 30—37.
„Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er:Es ist vollbracht; und neigte das Haupt, und verschied. DieJuden aber, dicweil es der Nüsttag war, daß nicht die Leich-name am Kreuz blieben den Sabbath über, (denn desselbigenSabbaths Tag war groß,) baten sic Pilatum, daß ihre Beinegebrochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegs-kucchtc, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern,der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesu kamen,da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm dieBeine nicht. Sondern der Kriegskuechtc einer össucte seineSeite mit einem Speer, und alsobald ging Blut und Wasserheraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, undsein Zcugniß ist wahr; und derselbe weiß, daß er die Wahr-heit sagt, auf daß auch ihr glaubet; denn solches ist gesche-hen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Beinzerbrechen; und abcrmahl spricht eine andere Schrift: Siewerden sehen, in welchen sie gestochen haben."
So, gel. Zuh., beschreibt uns der Evangelist denTod Jesu, dessen völlige Gewißheit und eines seiner letz-ten Worte, das er vor demselben geredet. Und wenn unsdie letzten Worte sterbender Freunde besonders wichtigzu sein pflegen, wenn sie durch den Geist Gottes erleuch-tet waren, mit herzlicher Liebe' zu uns und den: völligenGebrauch ihres Verstandes aus der Welt schieden, wiewichtig müssen uns dann die letzten Worte des sterben-den Erlösers sein, der unser größter Wohlthäter unddie höchste Weisheit selber ist, der aus Liebe zu uns zurVersöhnung unserer Sünden und zum ewigen Heil un-srcr Seelen starb. Einige seiner letzten Worte habenwir in den vorhergehenden Predigten betrachtet. Nunhaben wir noch ein merkwürdiges, sür ihn und uns trost-reiches Wort, nemlich: „Es ist vollbracht," und dannneigete er sein Haupt und verschied, weswegen die Kn'cgs-knechte ihm auch nicht, wie seinen Mitgekreuzigtcn, umihren Tod zu beschleunigen, die Beine brachen, aber dochmit einem Speer die Seite durchstachen, welche beideUmstände die Wahrheit seines Todes bekräftigen und zu-gleich unsere Ueberzcugung, daß er der versprochene Hei-land der Menschen sei, wie wir aus dem verlesenen Ab-schnitte näher sehen werden, woraus wir betrachten: