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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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Essig und legten ihn um einen Jsopen, undhielten es ihm dar zum Munde.

In den heißen Morgenländern war Essig mit Was-ser vermischt der gewöhnliche Trank der gemeinen Sol-daten; darum hatten auch die römische Soldaten, denendie Kreuzigung Jesu aufgetragen war, Gefäße voll Essigmit sich genommen. Als nun Jesus über seinen Durstklagte, füllten sie einen Schwamm mit Essig, weil siemit keinem Krug an seinen Mund reichen konnten, undlegten den mit Essig angefüllten Schwamm um einenJsopstengel und hielten ihn an des gekreuzigten JesuMund. Er nahm den Essig und saugte etwas aus demSchwamm heraus zur Anfcuchtung seines Mundes. Da,mit wurde erfüllt, was der Messias im 69sten Psalmvorhergesagt hatte: Sie geben mir Essig zu trinken inmeinem großen Durst.

Es war also ein saurer, bitterer, schlechter Trank,womit Jesus in seiner Todesstunde getränkt wurde, denihm die Kriegsknechte nicht allein durch den Jsop, son-dern noch mehr durch ihre Spöttereien verbitterten. Dennwie Matthäus erzählt, sprachen sie dabei: Halt, laß se-hen, ob Elias komme; weil sie die Verdrehung seinerWorte von den Juden gehört hatten. Mit einem sauernund bittern Geschmack für seinen Mund ging also Jesusaus der Welt, damit er seine Erlösten in der bangenStunde ihres Todes mit Gerechtigkeit, Friede und Freudein dem heiligen Geist, mit dem Vorschmack des ewigenLebens und mit dem Wasser, das in dasselbe quillt, er-quicken könnte.

Dieß Stück der Leiden Jesu, sein peinliches und ver-dienstliches Dürsten am Kreuz, muß also mit dazu beitragen,den Glauben an und die Liebe zu ihm zu wecken und unfernJesus theurer und werther zu machen, den Durst, die Be-gierde nach Welt und Eitelkeit, nach Augenlust, Fleischeslustund hoffärtigem Leben in uns zu unterdrücken, hingegen denDurst und das Verlangen nach Jesu, nach seiner Gerechtigkeit