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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
Entstehung
Seite
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Umständen, worin sie die Vorsehung Gottes im Aeußernversetzet; wovon Paulus Phil. 4. zeuget: Ich habe ge-lernet, bei welchem ich bin, mir genügen zu lassen. Ichkann niedrig sein und kann hoch sein, ich bin in allenDingen und bei allem geschickt, ich kann beides, satt seinund hungern, beides, übrig haben und Mangel leiden,ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht,Christus.

Das Dursten und Schmachten Jesu am Kreuz zeugtalso laut von dem Durst und Verlangen seiner Seelenach unscrm Heil, welches edle Dursten und Verlangenin seiner Herrlichkeit noch fortwähret und erst dann völ-lig befriedigt wird, wenn alle diejenigen, die ihm derVater gegeben und für welche er gelitten hat, zu ihmgekommen und seiner Herrlichkeit theilhaftig gewordensind; darum laßt er uns, von diesem seinem Verlangennach unserem Heil bewogen, seine erworbene Erlösungund Seligkeit im Evangelio anbieten und antragen, dar-um steht er noch vor der Thür und klopfet an, darumergeht noch seine gnadige Aufforderung an die Menschen:Gib mir, mein Sohn, dein Herz! Darum reckt er nochseine Hände den ganzen Tag nach uns aus, darum freuter sich und der ganze Himmel über einen Sünder, derBuße thut. Sein Dursten am Kreuz, das für ihn soschmerzlich war und für uns so wohlthätig ist, soll dar-um auch in unfern Herzen den Durst nach Jesu, nachseinen Gnadenwassern und Hcilsgütcrn entzünden undvermehren, daß wir alle selbstgemachte löcherichtcn Brun-nen verlassen und uns von ganzem Herzen zu ihm, derlebendigen Dluelle, halten. Dann wird unser geistlicherDurst besser Zcsiillt und befriedigt werden, als sein leib-licher Durst am Kreuz; denn er wurde mit Cssig ge-tränkt in seinem großen Durst, wovon es

II.

in unscrm Texte heißt: Da stand ein Gefäß vollEssig; sie aber fülletcn einen Schwamm mi,t