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Hülfe, verlaß mich nicht, und thue deine Hand nicht vonmir ab, Gott mein Heil." Wie wehmüthig sind ihreKlagen, wenn sie etwas von dieser Verlassung empfin-den Assaph klagt im 77. Psalm „Wird denn der Herrewiglich verstoßen und keine Gnade mehr erzeigen?" He-ina» im 88. Ps. „Warum verstoßest du, Herr, meine Seele,und verbirgst dein Antlitz vor mir?" Hiob fand sie un-erträglicher als alle übrige Leiden, und damit stimmtauch noch die Erfahrung aller Gläubigen überein, wie-wohl dasjenige, was sie zu ihrer Prüfung, Züchtigungund Läuterung von der Vcrlassung Gottes empfinden,nichts dagegen zu rechnen ist, was Jesus davon alsStrafe ihrer Sünden leiden mußte, wiewohl es nur einTropfen ist aus dem Kelch, den Jesus trinken mußte.
Der unbußfertige Sünder achtet es jetzt zwar wenig,wenn ihm gedrohct wird, daß er bei beharrlicher Unbuß-fertigkcit und Abweichung von Gott, ewig von Gottsoll verlassen und verstoßen werden, weil er hier vondieser schrecklichen Strafe noch kein Gefühl und keinenBegriff hat; da ihn die Langmuth Gottes noch trägtund er unter seiner allgemeinen Fürsorge viel Gutes ge-nießt; da er weggerissen von Geschäften, sinnlichen Zer-streuungen, Vergnügungen, Sorgen und Unruhe, die in-nere Verlassung Gottes nicht recht fühlt, ob er gleich zu-weilen in seiner Seele eine große Leere gewahr wird.Aber dann, wann die Langmuth Gottes ein Ende hatund er diese sichtbare Welt verlassen muß, dann, achdann, wird er es mit Schrecken inne werden, was esauf sich habe, von Gott verlassen und von seinem An?gcficht verstoßen zu sein. Ach, welch ein Jammer- undZetergeschrei wird er dann anstimmen in solcher Roth,da das geduldige Lamm Gottes, das sonst seinen Mundnicht aufthat, unter dem Gefühl desselben schreien mußte:Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassenAch, was muß es also schrecklich sein, ganz von Gott verlas-sen zu werden! Mochte es doch niemand unter uns ewigempfinden müssen!
Die Roth, welche Jesus unter dieser Vcrlassung litt,