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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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schweren Kampf; aber dies Schweigen Jesu ist doch einegewaltige Rede für den, der Ohren hat, um zu hören.Es sagt uns, was die Sünde, die er als das LammGottes trug, sei, was sie auf sich habe und nach sichziehe. Wie nöthig es für einen jeden sei, hier derselbendurch Christum los zu werden, ehe wir im Gerichte Got-tes erscheinen.

Aber gegen das Ende der Finsterniß und seinesschweren inner» Kampfes, rief er: Mein Gott, meinGott, warum hast du mich verlassen? Diesrief er mit lauter Stimme, mit einem starken und hef-tigen Ton, weil die Bitterkeit seiner Leiden und dieAngst seines Herzens so groß war, weil seine Gläubigenes wissen sollten, wie viel er um ihretwillen gelitten,wie sauer es ihm geworden, die verdiente Strafe ihrerSünde abzutragen, wie viel es ihm gekostet hat, daß sieerlöset und begnadigt sind, damit sie desto demüthiger,dankbarer und treuer gegen ihren Erlöser sein möchten.

Jesus zeigte mit diesem Angst- und Klaggeschrci vondem, was er in der dreistündigen Finsterniß gelitten, an,daß unter allen Schmerzen, die er ausstand, unter allenHöllenängsten, die er gelitten, die Verlassung von Gottfür ihn das schwerste Leiden gewesen sei. Denn bei allenübrigen Leiden schwieg er und war wie ein Lamm, daszur Schlachtbank geführt wird, aber nun schrie er: MeinGott, mein Gott, warum hast du mich verlassen; wor-aus wir lernen sollen, daß die Abgeschiedenheit von Gott,der Quelle alles Trostes und Lebens, die Verstoßunzvon seinen: Angesicht und die Ausschließung aus seiner Ge-meinschaft, unter allen Quaalen der Verdammten in derHölle die schrecklichste sei, die ihren Zustand ganz verzweis-lungsvoll macht. Damit stimmt auch die Uebcrzeu-gung und Erfahrung aller Gläubigen übcrein, daß nichtsschrecklicher sei, als von Gott verlassen sein; darum habensie auch diese Verlassung so ernstlich abgebeten, wie wirunter andern an David in dem 27. Psalm sehen, woer betet: „Verbirg dein Antlitz nicht vor mir und ver-stoße nicht im Zorn deinen Knecht, denn du bist meine