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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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ten das Licht, das ihnen geschienen, den Aufgang auSder Höhe, der sie besucht hatte, von sich gestoßen, ihreAugen davor verschlossen, und waren dadurch aufs tiefstein die Obrigkeit der Finsternis? hineingerathen.

2. Diese wunderbare Verfinsterung des ganzen Lan-des am hellen Mittag war aber auch eine Anzeige vondem schrecklichen Zorn Gottes über die Bosheit der Ju-den, die sie an Jesum ausübten. Eine Bosheit, die sogroß war, daß sich der Himmel darüber entsetzte, dieSonne ihren Schein verlor und sich in Finstcrniß ein-hüllte, als ihr Schöpfer auf Golgatha am Kreuz gemar-tert wurde; um ihn eine Zeitlang vor der Schmachzu verbergen. Denn geschähe gleich die KreuzigungChristi nach dem vorbedachten Rathschluß Gottes, so ge-schähe sie doch von den Juden aus Haß und Feindschaftgegen ihn und sein heiliges Kind Jesu, »vorüber seinZorn entbrennen und seine Strafe erwachen mußte.

3. Die Finsternis?, die sie umgab, war ihnen dar-um ein Bote des Unglücks, der ihnen ankündigte, daßGott ihre Bosheit aufs schärfste ahnden und strafen»verde, daß die Sonne der Gnade für sie untergehen,das Licht des Evangeliums von ihnen weichen. Glückund Heil sie ganz verlassen, Jammer und Elend sie hin-gegen umringen und verschlingen, ja die ewige höllischeFinstcrniß ihr Theil sein würde, weil sie mit Christo al-les Heil von sich stießen und die Finsternis? mehr lieb-ten als das Licht. Kein größeres Unglück ist aber fürein Land und Volk zu denken, als wenn Gott mit demLicht seines Evangeiii, mit seinem Geiste und seinerGnade von demselben weicht, denn darauf folgt eine ewigeNacht. Wehe euch, wenn ich »verde von euch gewichen sein!Die Finsternis? war auch den Juden, aus Gottes Wort,als ein Zeichen des göttlichen Zorns und seiner bevor-stehenden Strafgerichte bekannt. So führt sie unter an-den Jerem. Cap. 15. an, wenn er sagt: „Ihre Sonne sollbei Hellem Mittage untergehen, daß beides, ihr Ruhinund ihre Freude ein Ende haben soll/" Nach der Spracheder Propheten ward ihnen auch vormals ihre Vertrei-