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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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Osterfest zu feiern ansingen, und die Finsterniß währctedrei ganzer Stunden. Ein klarer und unumstößlicherBeweis, daß diese Finsterniß, die jetzt, da Jesus amKreuze hing, am hellen Mittag das ganze Land in Dun-kelheit einhüllte, keine natürliche, sondern eine übernatür-liche Begebenheit, ein Wunderwerk der göttlichen All-macht gewesen, das der Herr Himmels und der Erdegewiß nicht ohne große und wichtige Ursache veranstaltete.

Bei einer gemeinen Verfinsterung der Sonne oderdes Mondes hat man gar keinen Grund, eine geheimeund verborgene Absicht Gottes zu vermuthcn, oder die-selbe als ein Zeichen seines Zorns, und als ein Vor-bote eines allgemeinen Unglücks anzusehen, weil einesolche Veränderung in der Natur und Bewegung derHimmelskörper gegründet ist und darum auch von Men-schen vorhergesehen werden kann. Da aber diese Son-ncnfinsterniß nicht nach dem gewöhnlichen Lauf der Na-tur erfolgte und von einer ungewöhnlich langen Dauerwar, so handeln wir der göttlichen Absicht gemäß, wennwir nach Anleitung der heiligen Schrift darüber nach-denken, zu welchem Endzweck Gott dieselbe damals überdas Land Canaan verhängt habe.

1. Diese außerordentliche, furchtbare Sonnenfinstcr-niß sollte die schreckliche Finsterniß abmahlen, die sichdes jüdischen Volks im Geistlichen bemächtigt hatte, ihreBlindheit und Bosheit, wornach sie Jesum, der alleKennzeichen an sich trug, welche die Propheten von demverheißenen Messias angegeben hatten; der aus erbar-mender Liebe zu ihnen gekommen; den sie keiner Sündezeihen konnten; der so gewaltig gelehrt, und so vielewohlthätige Wunder gethan; außer dem für sie kein Heilwar, — mit dem bittersten Haß, mit der äußersten Verach-tung und mit rasender Wuth verworfen, ans Kreuz ge-bracht und an demselben noch verspottet hatten. WelcheMacht der Finsterniß mußte auf ihnen liegen, die siedazu antrieb und fähig machte? Darum sagte Jesusauch bei seiner Gefangennehmung zu ihnen: Jetzt isteure Stunde und die Macht der Finsterniß. Sie hat-