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Zunge von der Hölle entzünden. Derdu den Tempel GotteSzerbrichst und bauest ihn in drei Tagen, sprachen sie, hilf dirselber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz.Andern hat er geholfen, und kann ihm selber nicht hel-fen. Ist er der König Israels, so steige er herab vomKreuz, so wollen wir glauben. Er hat Gott vertrauet,der erlöse ihn nun, löstet es ihn. So schmaheten, lä-sterten und spotteten sie in ihrer schrecklichen Verblendung,bis die unerwartete Finsterniß am hellen Mittag, wo-von unser Tcrt erzählt, ihre Spöttereien eine Zeitlangunterbrach. Drei Stücke sind es, die uns aus demverlesenen Abschnitte näher zu betrachten vorkommen:
I. Die außerordentliche Verfinsterung derSonne.
II. Die Klage Christi.
III. Die schmähliche Behandlung, die ihm dar,auf widerfuhr.
I.
Von der außerordentlichen Finsterniß, welche ein-trat, als unser Heiland schon einige Stunden am Kreuzgeblutet hatte und sein Ende nahe war, heißt es imAnfang unsers Textes: Und von dersechstenStundean ward eine Finsterniß über das ganze Landbis um die neunte Stunde; oder nach unserer Ta-gesrechnung von zwölf Uhr des Mittags bis des Nach-mittags um drei Uhr. Denn unsre sechste Stunde desMorgens war bei den Juden die erste, und ihre sechsteist daher bei uns die zwölfte.
Um diese Zeit, mitten am Tage, brach plötzlich undunvermuthet eine Finsterniß über das ganze jüdischeLand herein. Die Sonne verlor ihren Schein und ver-wandelte damit den hellen Tag in eine dunkle Nacht.Es war aber keine natürliche und gewöhnliche Sonncn-finsterniß, welche nie zur Zeit des Vollmonds eintrittund auch nicht über etliche Minuten währet. Und jetztwar es gerade Vollmond, wobei die Juden jedesmal ihr