ihren Kindern erleben lasset, daß ihnen von diesen wieder! gemessen wird mit dem Maaß, womit sie ihre Elterngemessen haben. Vorzüglich aber wird der Herr solcheSünder in Ewigkeit strafen, wenn hier keine wahre Bußeerfolgt. Möchten dies doch solche Kinder beherzigen,die durch ihre Frechheit, Ungehorsam und Widerspenstig-keit, durch ihre Geringschätzung und Verlassung sich anihren Eltern schwer versündiget, ihnen durch ihr schlech-tes Betragen Verdruß, Gram und Krankung verursachenund so schlecht vergelten die Liebe und Treue, die Müheund Arbeit, die Sorge und Verpflegung, die ihnen vonKindesbeinen an erwiesen, daß sie mit dem verlornenSohne in sich schlagen, sich zur Buße und Besserungleiten lassen, damit der Fluch nicht an ihnen vollzogenwerde, den der Herr auf solche Kinder gelegt hat.
2. An den Freundinnen und dem Jünger Jesu be-merken wir eine brünstige Liebe, eine standhafte Treuegegen ihren Heiland und willige Befolgung seiner Gebote.Alle Eigenschaften, die sich auch bei uns finden müssen,wenn wir zu der kleinen Zahl der Freunde und Freun-dinnen Jesu gehören sollen. Wir müssen den HerrnJesum über alles lieben und hochschätzen, ihm mit un-verrücktcr Treue anhangen, durch nichts uns von ihmabwendig machen lassen, nicht durch Ehre, Lust und Reich-thum, nicht durch Menschenfurcht, Schmach, Leiden undVerlust, sondern dem Lamme nachfolgen wohin es geht,unsren Glauben durch die Liebe thätig beweisen, und die Liebedurch einen kindlichen Gehorsam gegen seinen Willen und Be-fehl an den Tag legen, durch Wohlthun und Barmher-zigkeit gegen Dürftige, Verlassene und Hülstose, die außerStand sind, sich selbst zu ernähren. Da nun dies allesz Eigenschaften und Kennzeichen der Freunde und JüngerJesu sind, wie klein ist denn ihre Zahl mitten unter densogenannten Christen, worunter die Ungerechtigkeit über-hand genommen und die Liebe erkaltet ist, die Liebe zudem Herrn Jesu und den Nächsten. Es geht noch wiedamals, als Jesus am Kreuze hing, da waren wenige