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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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kunft des Herrn und den Uebergang in die endlose Ewig-keit bereit, unsere Lenden umgürtet und unsere Lichterbrennend zu halten. Jesus aber, der die Stunde seinesTodes mit allem, was sich darin zutragen würde auf'sgenaueste vorher wußte, konnte diese Verordnung bis zu-letzt versparen und wollte es auch; denn hätte er vor-her seiner Mutter, da sie noch nicht an seinen Toddachte, die Anweisung auf Johannes gegeben, so würdeer sie dadurch vor der Zeit betrübt haben, aber jetzt inihrer tiefsten Traurigkeit, da sie sich als eine ganz ver-lassene Wittwe ansah, war es ihr am Nöthigsten undTröstlichsten.

Wie gehorsam war auch Johannes dem Befehl sei-nes sterbenden Erlösers, denn von der Stunde an,heißt es, nahm sie der Jünger zu sich.

Mit dankbarer Ehrerbietung und herzlicher Willig-keit nahm Johannes die Anweisung des Herrn Jesu an,mit aller Treue befolgte er die, und bewies sich dadurchals ein wahrer Jünger Jesu, des Jesu, der selber sagt:ihr seid meine Freunde, so ihr thut was ich euch gebiete,wer mich liebet, der wird meine Gebote halten. Manchelassen es dabei, daß sie Jesu Willen wissen, lesen, hörenund davon reden können, aber sie thun ihn nicht; son-dern was ihrer Eigenliebe und verderbte Natur zuwiderist, das unterlassen sie und kehren sich nicht daran. Diesekönnen aber auch nicht denken, daß sie Jesu Jünger sind,die er lieb hat. Es werden auch nicht alle, die zu ihmsagen: „Herr, Herr, ins Himmelreich kommen: sonderndie den Willen thun meines Vaters im Himmel." Matth.7, 21. Johannes that, was ihm Jesus sagte, ungesäumtund vollführte auch diesen letzten Willen seines Erlösers,ohne mit Fleisch und Blut darüber zu Rath zu gehen,denn im Guten müssen wir nicht säumig sein; darum sagtPaulus: Nöm. 12., „Seid nicht träge, was ihr thunsollt" und Salomo: „Was dir vorhanden kommt zuthun, das thue frisch."

Johannes nahm Jesu Mutter willig als ein thcu-res Vermächtnis an und freute sich, daß er dessen ge-