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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
Entstehung
Seite
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Besonders werden hier am Kreuz Gläubige an ein-ander gewiesen, sich liebreich und thätig nach allem Ver-mögen beizustehen, und was dem Geringsten unter denBrüdern und Gliedern Christi getban wird, will er an-sehen und belohnen, als wäre es ihm selbst geschehen.

Man möchte aber denken; warum hat Jesus demJohannes nicht eher seine Mutter anvertraut? Sollenwir denn auch die besondere Fürsorge für die leiblichenUmstände der Unsrigen, bis zu der letzten Stunde unse-res Lebens versparen? Dies letzte fließt nicht daraus.Wir mögen für die leiblichen Umstände der Unsrigen sor-gen und auch unser Testament machen, aber dies mußin christlicher Ordnung geschehen; so daß wir die Sorgefür unsere und der Unsrigen geistliche und ewige Wohl-fahrt vorabgehen lassen, weil das das Wichtigste unddaran auch am meisten gelegen ist. So hatte es auch unserHeiland gethan. Er hatte gewirkt die Werke dessen, derihn gesandt hatte, so lange es Tag ist. Und was warseine letzte Rede mit seinen Jüngern anders, als herz-liche Ermahnung im Glauben und in der Liebe stand-haft zu bleiben, wie inbrünstig betete er für sie und wieerbaulich war sein Betragen in seinem Leiden bis zumTode hinzu; und nun nachdem alles vollbracht war,was er in diesem Leben zum Heile der Menschen zuvollbringen hatte, sorgte er auch noch für die Pflege undWartung seiner Mutter. Aber wir sollen die äußerli-chen Einrichtungen, die wir zu machen nöthig finden, nichtbis zu der letzten Stunde versparen; denn wir sindnicht allwissend wie Jesus; wir wissen nicht wann, wieund wo und in wessen Gegenwart wir sterben, und wennwir auch unter den Unsrigen sterben, ob wir denn, wennein trostloser Ehegatte oder betrübte Eltern oder Kin-der oder zärtlich, geliebte Freunde weinend und schluch-zend um unser Sterbebette stehen, noch Gegenwart desGeistes und Zeit und Kräfte zu leiblicher Verordnunghaben werden. Wir arme Sünder haben die letztenStunden zu wichtigeren Sachen nöthig, wenn wir auchim Stande der Gnade sind, nämlich uns auf die An-