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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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machen und hinterlassen können, ihn jammerte aber ihr ver-lassener und dürftiger Zustand, darum wies er sie anJohannes, der zeitliches Vermögen hatte. Mit seinemFinger konnte er nicht mehr winken, denn die waren an-angeheftet, aber mit seinen Augen konnte er winken undseiner Zunge sich bedienen, und das that er zum Trostseiner leidenden Mutter.

Darauf sagte er auch zu seinem Jünger Johannes:Siehe, das ist deine Mutter. Er will sagen: nimmdich meiner betrüben Mutter, die eine arme, betagte undverlassene Wittwe ist, so liebreich und thätig an, als obsie deine eigene leibliche Mutter wäre; damit vermachteer sie seinem Jünger zur leiblichen Versorgung undTröstung.

Der allmächtige Jesus hätte seine Mutter unmittel-bar, ohne menschliche Hülfe auf eine wunderbare Weiseernähren und verpflegen können, aber er thut ohne Nochkeine Wunder und bedient sich der Menschen als seinerWerkzeuge. Er will auch, daß die brüderliche Liebe sei-ner Gläubigen gegeneinander geübt und genährt wird.Er fuhr nach seinem Tode, Auferstehung und Himmel-fahrt fort, für seine Mutter und alle Gläubige nach Leibund Seele zu sorgen, wie er gesagt hat: Siehe, ich binbei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Aber indemer dem Johannes die Sorge für seine Mutter aufträgt,giebt er zu erkennen, daß wir seine Mithelfer in Ver-sorgung der Wittwen und Waisen sein müssen, und unsvon ihm als Werkzeuge sotten gebrauchen lassen. Denngleichwie er zwar selbst seine Kirche auf Erden durch sei-nen heiligen Geist regiert und dennoch die Lehrer desEvangeliums zu seinen Mitarbeitern bestellt; so ist eres auch selbst, der die Wittwen und Waisen versorgt,aber dabei fordert er doch, daß Anverwandte und Freundeund wer dazu im Stande ist, ihn: nach Vermögen dar-in helfe, darum sagt Jakobus, daß es ein reiner, unbe-fleckter Gottesdienst vor Gott den: Vater sei, Wittwenund Waisen in ihrer Trübsal besuchen und sich von derWxlt unbefleckt bewahren.