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gesagt: „Ich will dich nicht verlassen noch versäumen."Ebr. 13, 5. Wenn sie doch dies beherzigten, wenn siesich arm, verlassen und elend fühlen, wenn die bangenSorgen sie quälen wollen, wie wird's mit dir noch ab-laufen, wie wirst du durchkommen? wenn sie doch dieseganz besondere Vorsorge ihres Heilandes recht glaubten,wie er sie unter allen Menschen als die Seinigen er-kennt, auch vom Thron seiner Herrlichkeit wie vom Kreuz,mit Liebe, Gnade und Wohlgefallen auf sie herabsiehet;sie mit seinen Augen leitet und sich ihrer in Allem an-nimmt, so dürften sie nicht ängstlich sorgen, wie es mitihnen gehen werde; sondern konnten sich getrost auf Got-tes besondere Vorsorge verlassen, wie Petrus ermahnt:„Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget füreuch."
Da Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei-stehen, den er lieb hatte, sprach er: Weib, siehe, dasist dein Sohn. Er sagte nicht Mutter, sondern Weiboder Frau, so sprach er nicht aus Geringschätzung, son-dern aus schonender Liebe, denn das Wort Weib, istin der griechischen und hebräischen Sprache kein verächt-liches Wort, wofür es in unsrcr deutschen Sprache ge-halten wird, sondern auch die ehrwürdigsten Frauen pfleg-ten damit angeredet zu werden, und damit redete Jesusfeine Mutter an, um sie nicht bekannt zu machen, damitsie seinetwegen keine Mißhandlungen von den römischenSoldaten und den rasenden Juden zu erdulven hätte.
Er wollte auch ihr Herz nicht mehr betrüben undverwunden, welches geschehen sein würde, wenn er sichdes zärtlichen Mutternamens bedient hätte. Er betrach-tete sich auch schon als Einen, der nicht mehr in der Welt,sondern in die Ewigkeit versetzt war, worin die leiblicheBeziehung gegen einander aufhört; darum sprach er:Weib oder Frau, siehe, das ist dein Sohn; er will sa-gen: dieser treue und liebste Jünger, Johannes, soll sichan meiner Statt, deiner als ein Sohn treulich anneh-men und für dich sorgen. Jesus besaß als Mensch nichtsvon irdischen Gütern, die er seiner Mutter hätte vcr-