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ihn und er bittet für sie; welche Liebe! O, wie mußdiese Liebe und die Fürbitte, die aus derselben herfloß,ein bekümmertes Gemüth, das über seine Versündigungenund Verdorbenheiten sich ängstiget und betrübet, sich nachGnade und Errettung durch Christum sehnet, aber da-bei von vielen bangen Zweifeln beunruhigt wird, auf-richten und Vertrauen zu der Gnade Jesu einflößen.Denn diese Bitte Jesu für seine ärgsten Feinde, öffnetuns einen Blick in sein gnadenvolles und liebreiches Herzgegen elende und strafwürdige Sünder. Wir könnenund sollen daraus den gläubigen und tröstlichen Schlußmachen: Erflehet Jesus am Kreuz seinen Mördern undFeinden Gnade und Vergebung aus erbarmender Liebe,da sie seine Hülfe und Fürbitte nicht verlangten, son-dern ihn verachteten und verwarfen; so wird er dem, derseine Hülfe und Fürbitte, seine Gnade und Erbarmungvon Herzen begehrt und ihn darum bittet, seine Gnadeund Erbarmung, Fürsprache und Vermittlung nicht ver-sagen, und wenn er auch der ärgste und strafwürdigsteSünder wäre; zudem, da er gesagt hat: Wer zu mirkommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Wir sollen siebenutzen, wie der bußfertige Schächer. Denn Jesus bathier nicht wie kurz vorher in seinem hohenpriesterlichenGebet für seine Jünger und Freunde, sondern, wie schongesagt, für seine Mörder und Feinde, für die römischenKriegsknechte, die ihn an's Kreuz geschlagen, und fürdie Juden, die aus vollem Halse geschrieen hatten: Kreu-zige, kreuzige ihn!
Als versöhnender Hoherpriester bat Jesus zwarnicht für alle seine Feinde ohne Unterschied, Haupt fürHaupt; sondern nur für diejenigen unter ihnen, die ihmsein Vater gegeben, die er nach seiner göttlichen Allwis-senheit dafür erkannte und wovon er wußte, daß sie sichnoch von Herzen zu ihm bekehren, an ihn glauben undihn zu ihrem Heilande annehmen würden, um in dieserOrdnung der Buße und des Glaubens, der erbete-nen Vergebung der Sünde theilhaftig zu werden.
Aber als Mensch, der unter das Gesetz gethan war