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Die Leiden Jesu während seiner Kreuzigung, in sieben Predigten vorgetragen, mit bes. Rücksicht auf die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
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achtung, Ehrfurcht und Verwunderung einflößen muß.Denn wenn ein unschuldiger und verdienstvoller Mannvon muthwilligen Leuten mißhandelt wird und grausameMarter erdulden muß, so erweckt dies wehmüthigesMitleiden. Wenn er aber seine unverschuldeten Leidenmit Standhaftigkeit und Geduld erträgt, so gesellt sichzu dem Mitleiden, Ehrfurcht und Hochachtung vor ihm.Wenn er aber noch überdem zu Gott, dem höchsten Rich-ter, für seine Feinde nicht um Vergeltung und Rache,sondern um Vergebung und Gnade betet, so erregt undverdient er Bewunderung; und das alles thut unserJesus. Er litt nicht nur unschuldig, standhaft und ge-duldig, sondern er bat auch für seine Mörder und Feinde:„Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nichtwas sie thun. Und sie theilten seine Kleiderund warfen das Loos darum," wie es in unsremTerte heißt.

Zwei Stücke kommen uns dabei zu betrachten vor:I. Die Bitte Jesu für seine Feinde.

II. Die Theilung seiner Kleider.

I.

Das erste Wort, das Jesus am Kreuz redete, warein Gebet zu seinem himmlischen Vater und zwar fürseine Feinde und Mörder. Vater, sprach er, vergiebihnen, denn sie wissen nicht was sie thun.

Das Getümmel, das um ihn her war, die Schmach,die ihm angethan wurde, die Schmerzen, welche ihm dieNägel verursachten, brachten seine Seele in keine Unord-nung, und konnten weder Mißtrauen gegen Gott, nochGrimm und Erbitterung gegen seine Feinde in seinerheiligen Seele erregen. Er faßte seine Seele in Geduld,wie er seinen Jüngern empfohlen hatte. Er litt miteinem liebevollen und betenden Herzen. Den großenGott nannte er auch jetzt am Kreuze noch in kindlicherZuversicht seinen Vater. Denn auch jetzt war undblieb er noch Gottes Sohn, ob er gleich der aller Ver-

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