73
3-t, 22.). Sie sind zwar eingeschlafen, aber siesind doch mit JEsu im Geiste verbunden, und sowie Sein Ruf erschallt, so wenden sie sich gan;Ahm zu. Ihr Schlaf ist so, wie es im Hohelied5, 2. heißt: ich schlafe, aber meinHerzwa-ch e t. Daher sie in der größten Finsterniß der Mit-ternacht zur Zeit des tiefsten Schlafes doch gleichJEsu Ruf hören und ihm folgen. Daher dennauch der HErr sie annimmt, und ihnen das Wortgilt, das O ffe n b. 19, 9. vor Seiner zweiten Zu-kunft im Himmel ausgerufen wurde: Selig sind,die zum Abendmahl (Hochzeitmahl nach V. 9.)des Lammes berufen sind. In diesem Gleichnißliegt deutlich der Gedanke, daß ein Verzug derZukunft Christi eintrete, durch welchen eine freu-dige Erwartung seiner baldigen Zukunft so er-schwert und verkümmert werde, daß Viele ein-schlafen und nicht mehr an Seine Zukunft denken.Wie lange nun diese Verzugszeit dauern werde,das liegt außer aller Berechnung, und neh-men wir dazu, was 2. Petr. 3, 9. steht, so kön-nen wir über den Verzug vollkommen ruhig seyn.In dieser Stelle sagt der Apostel: es werden inden letzten Tagen Spötter kommen, die nachihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo istdie Verheißung Seiner Zukunft? (Ist das nichtin unfern Tagen der Fall? gehören sie nicht zuden letzten Tagen?) Dagegen sagt nun der Apo-stel: der HErr verziehet nicht die Verheißung,wie es Etliche für einen Verzug achten, sonderner hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Je-mand verloren werde, sondern daß sich Jedermann
4