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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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Zerklüftung und Zerrissenheit, als diese Gebilde erlitten haben, kommtin der nördlichen Hälfte des Mondes gar nicht, und selbst in der südlichenselten vor. Der Wall (und das Innere nicht minder) hat so vielen Cra-teru Platz machen müssen, dafs beträchtliche Strecken nnr aus diesen be-stehen, und nur bei sehr schräger Beleuchtung wird man den Zusammen-hang rings herum deutlich wahrnehmen. In höherer sieht man meistensnur die Crater, und weiterhin seihst diese nur zum kleineren Theile.Hierzu gehört noch LindcnauQ, dessen Wall mehr Gleichförmigkeitund deutlichen Zusammenhang zeigt (im Osten, wo er an Zagut stöfst,Ist der Wall sogar vierfach). Die Sichtbarkeit im Vollmonde ist jedocheine sehr schwache. Besser sieht man alsdann zwei schmale paralleleLichtstreifen, die vom Lindcnau zum Piccolomini ziehen, denen aber keineHöhenzüge entsprechen. Piccolomini Q, 12J Meile im Durchmesser,gut abgeschlossen, mit wenigstens dreifsig theils runden, theils länglichtenWallgipfeln, deren einer sich 14580 Puls über dem Inneren erhebt, dochaber nicht von sehr grofser Steilheit, wenn man ihn mit ähnlichen Tiefenvergleicht. Will man sich recht augenscheinlich überzeugen, wie außer-ordentlich veränderlich eine Mondgegend in Folge der verschiedenen Be-leuchtung sich darstelle, so betrachte man diese Gegend von ihrem erstenSichtbarwerden an (etwa fünf Tage nach dem Neumonde) eine Reihe vonAbenden hindurch.

§. 143.

FracastorQ, ein Zweidrittel-Ringgebirge, der bereits §. 132.erwähnte meerbusenähnliche Theil. Es zeigt sich an der Stelle, wo dieFortsetzung des Walles gedacht werden müfste, in der That eine sehrschwache Spur desselben. Der gröfsere und deutlichere Theil fällt öst-lich von 8000 zu 5000 Fufs ab; westlich ist er etwa 6000 Fufs. Dasbenachbarte Ringgebirge Neander ist der äufserst wilden Umgegend un-geachtet sehr regelmäfsig gebildet, 7460 Fufs tief und 7-y Meile im Durch-messer haltend. Noch tiefer und steiler ist Stiborius, für dessen West-rand wir 11340 Fufs fanden. Nach aufsen umschliefst ihn in einiger Ent-fernung vom Walle ein bedeutendes Gebirge, wie ein weiter Mantel, dasgleichfalls nach innen mehr Abfall als nach aufsen hat, so dafs das Inneredes Stiborius einer der tiefsten Punkte der Mondfläche ist. Eine sehrunregelmäfsige Figur zeigt der 11000 Fufs vertiefte Reichenbach, undRlieita, welcher regelmäfsiger gebildet ist, geht vom höchsten Gipfelabwärts 13460 Fufs tief herab. Vom Ostrande Rheitas nach S.W. zuzieht eine ungeheure Kluft, deren Anblick höchst eigenthümlich ist, 40 M.lang fort. Sie ist an mehreren Stellen durch Querjoclie getrennt und un-terbrochen. Ihre Tiefe ist schwer zu bestimmen; an einer Stelle fandenwir sie 8867 Fufs. Im Frauenhofer, der südlich bei Furnerius liegt,zeigt sich statt des Centralberges eine quer hindurchziehende Thalschlucht.Vega zeigt sich nicht immer als Ringgebirge, da in gewissen Librationennur der eine Wall gesehen wird. Hier herum herrscht überhaupt grofseRegellosigkeit, weder Vega noch die meisten übrigen Gebilde sind geschlos-sene Kreisformen.

§. 144 .