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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
Seite
111
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graue, nur von Bergadern durchzogene Eheno, die sieh In den Phasenziemlich wie ein Klare ausnimmt, im Vollmonde aber durchaus kein Dun-kel zeigt, selbst dann nicht, wenn die Libration sie in eine Lage rückt,wo die optische Verkürzung nicht über die Hälfte geht (in mittlerer Lagebeträgt sie §). Kur eine kurze Strecke in der Kühe des lieh ahn zeigtsich ziemlich eben so dunkel, als das Mare Foecunditatis. In der Mittezieht eine Meridiankette kleinerer Ringgebirge durch dieses Mare hin.Unter 0° 23' S.B. und 73° 52' W.L. liegt ein im Vollmonde glänzendheller Punkt, ganz nahe bei einem mittelgrofsen Crater; es scheint, dafsdiese Stelle eine sanfte Erhöhung bilde.

Auch jenseit der letzten uns sichtbaren Meridiankette, hinter denHochwällen des Humboldt und Hekatäus, liegen wahrscheinlich ausgedehnteEbenen. Denn das Randprofil des Mondes zeigt sich an dieser Stelle,wenn nicht die grofsen Wallebenen selbst es bilden, fast als reiner Kreisund höchstens nur sanft wellenförmig. Anders ist es weiter gegen N.,wo von Behaim an die Raudunebenheiten, die Libration sei welche siewolle, bedeutender werden.

§. 141 .

Es würde zu weitläuflig werden, wollten wir auch in den mittlerenGegenden dieses Qnadranlen die einzelnen Theile jeden besonders beschrei-ben. Sie sind zwar bei weitem nicht so monoton als es anfangs scheint,aber es ist zu schwierig sie mit Fernrühren von mittleren Dimensionen inihren Einzelnheiten zu beobachten. Als ein nach Umfang und Hohe sehransehnliches Wallgebirge «'scheint Stöfler. Das Ganze, von einem400011000 Fufs hohen Walle umgeben, sondert sich in zwei Theile,dem grüfseren fast völlig ebenen östlichen, und den in mehrere unregel-mäfsige Bassins zertheilten westlichen. Keben ihm westlich der fast ebenso grofse und ansehnliche Maurolycus, und in der Umgegend, beson-ders nach Westen zu, eine grofse Menge von Ringgebirgen, zwischendenen fast gar keine Bcrgpartieen von Erheblichkeit Vorkommen. Sie sindfast ohne Ausnahme beträchtlich steil und umschliefsen Tiefen bis zu13000 Fufs.

Wenn die Beobachtung und Darstellung dieser Gegenden in günsti-gen Momenten noch ziemlich leicht ist, so macht dagegen die nördlichergelegene Gegend bei Gemma Frisius, Poisson und Nonius herum,desto mehr Schwierigkeit. Hier sind reine Kreisformen selten, sie schei-nen gar nicht Platz gefunden zu haben. Der erste Anblick läfst kaumeine Möglichkeit ahnen, dieses wilde Chaos aufzufassen. Einige Regel-märsigkeit und Übereinstimmung zeigt sich noch in den kleineren Craternund sanfteren Hügelrücken, aber die schroffen Abhänge lassen nur schweretwas von jenen erkennen. Über alle diese so sehr verschiedenartigeParticen ziehen im Vollmonde die grade hier sehr dichtgedrängten undglänzenden Lichtstreifen hin.

§. 142.

Im Süden des Altaigebirges zeigen sich drei eng verbundene, sehrgrofse Ringgebirge: Riccius, Rabbi Levi und Zagut. Eine solche