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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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§. 102 .

Unter 53° N.B. endet (1er Occanus proccllarum, und seine nord-westliche Fortsetzung, der Sinus lloris, ist ein nur wenig augenfälliger undsclileelithegrenzler Nebenlheil. Die einzelnen Ringgebirgsformen treten inden Randgegenden wieder besser hervor, und die bis dabin schmale Zonewird nun eine nach allen Richtungen weit ausgedehnte Landschaft. Diegewaltigen Ringgebirge Xenophanes und Cleoslratus würden, auf die Mond-mitte versetzt, einem Alphons und Arzachel wohl in keiner Beziehungetwas nachgehen. Weiterhin ist längst des Randes selbst nichts Beson-deres zu bemerken. Unter 89° 15' beginnt das Gebirge, an dessen Fufseder Nordpol liegt, und dessen Gipfel keine Nacht kennen (§. 20.). Etwasbesser sichtbar ist das strahlende Ringgebirge Anaxagoras, von 6j M.Durchmesser, 7°-8° Helligkeit und 8940 Fufs Höhe des Walles. In ei-niger Entfernung von seinem Fufse fangen die Lichtslreifen an, die sichweit herum verbreiten, aber für unsre Beobachtung meist sehr ungünstigliegen. Nur wenn im Vollmonde eine starke südliche Breite Statt findet,sind sie ziemlich gut sichtbar. Nahe östlich bei Anaxagoras liegt ein ho-hes Plateau, gegen 8000 Fufs über die umgebenden niedrigen Hügel sichemporhebend. Epigenes, südlich des vorigen, zeichnet sich nur wenigaus, obgleich cs zwei Hochgipfel auf seinem Walle hat. Die Umgegendist sehr gebirgig und nur enge Thäler ziehen hindurch, aufscr im N.O.,wo sich eine weite Ebene ausbreitet.

Timäus steht an der Grenze des Mare Frigoris, hat 8° Helligkeit,steht mit mehreren Lichlstreifen in Verbindung und ist deshalb auch imVollmonde gut sichtbar. Sein höchster Wallgipfel liegt im mittleren Mond-meridiane, oder im 0° der Länge, Die Tiefe mag 4000 Fufs betragen.Er ist von wilden chaotischen Gebirgsmassen umgeben, deren Verzeichnungsehr schwierig ist, nach O. aber, etwa in 12° O.L. und 62° N.B., zei-gen sich höchst merkwürdige Gebilde, fast ein Quadrat formirend, indessen Innern ein Kreuz und noch andre, sonderbar regelmäfsige Formenstehen. Die nähere Beschreibung dieser auffallenden, fast unwillkührlichan ein Kunstgebilde erinnernden Parthie mufs man in der gröfseren Sele-nograplne §. 281. unter Hinzuziehung der Mappa Selenographica nachsclda-gen. Dieser räthselhqfte Bau lehnt mit seiner östlichen Ecke an das Ring-gebirge Fonfenelle, das 5 Meilen Durchmesser und 5700 Fuls Tiefe hat,im Vollmonde aber nicht zu finden ist. Nahe nördlich dabei ein grofseshohes Plateau und mehrere andre Züge, und weiterhin Philolaus, schroffnach innen abstürzend und 11000 Fufs tief, dabei seiner ganzen Ausdeh-nung nach 7° hell und mit hohen Gebirgsketten in Verbindung stehend,

§. 103.

Gehen wir von hier aus wieder gegen Q., so treten uns Anaxi-mander und Anaximenes entgegen, die 7000 9000 Fufs Tiefe haben,und von bedeutendem Umfange, sonst aber W'euig ausgezeichnet sind, ondnur schwer beobachtet werden können. Weiterhin, nach Ilorreb ow zu,eine überaus craterreiche Gegend, uiid ein grofses breites Plateau von