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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
Seite
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entstanden sei. Hatte Schröter alles streng planmäfsig gemessen lindverzeichnet (was aber gar nicht seine Absicht war) so möchte diese Be-hauptung einiges Gewicht haben. Allein seine nach dem Augenmafseaufgcnoinmene Zeichnung enthielt llevel, Grimald, Damoiseau, Lohrmann,Cavalerius und die ganze Umgegend, welches alles er zwischen 6 und 8 UhrAbends am 24. Oct. 1787 betrachtete und darstellte. (In unsrer MappaSclenographica ist diese Gegend das Werk von mehr als 60 Stunden, dievorausgegangenen Fixpunktmessungen ungerechnet). So leichten Kaufsmöchten wir zur Erkenntnifs physischer Veränderungen wohl auf kei-nem Wellkörper, am allerwenigsten aber auf dem Monde, gelangenkönnen.

Cavalerius, 9 Meilen im Durchmesser, schliefst sich nördlich anIlovel. Er weicht wenig von der Kreisform ab, hat auf seinem Walleviele steile Gipfel, deren einer 9424 Fufs über der Tiefe liegt. In derNähe das kleine ltinggebirge Galiläi.

§. 101 .

In den Randlandschaften des nordöstlichen Quadranten läfst sichnur kurz vor dem Vollmonde etwas deutlich wahrnehmen. Sie bilden einemeist sehr schmale helle Zone und ganz in gleicher Art zeigen sich auchdie jenseitigen Landschaften, wenn die Libratiou sie uns näher rückt undsichtbar macht. Ein strahlendes Ringgebirge, OIbers, ist hier zuerst zubemerken, es scheint bedeutend tief zu sein; um aber das Strahlensystemgut zu sehen, mufs eine seltne Vereinigung sehr günstiger Umstände ein-treten. Weiterhin liegen Cardanus und Krafft, noch im Oceanus pro-cellarum, und näher dem Rande Vasco de Gama, von 11 Meilen Durch-messer. Unter dein 18° N. B. entspringen an einem grofsen Crater zweilange Bergketten, die gegen 56 Meilen weit in zwei grofsen, gegeneinanderconcaven Bergen fortziehen und sich im 30° N.B. in einem Plateau ver-einigen, die Montcs Ilcrcynii. Durchschnittlich mögen sie 3600 FufsHöhe haben, mefsbar sind sie nicht mehr. Der östliche Arm zeigt eineMenge runder Gipfel, die sich besonders schön in der dem Vollmondevorhergehenden Nacht darstellen; der westliche Bogen ist weniger geglie-dert, im Ganzen aber nicht niedriger als der östliche. Die Lichtstreifendes Olbers erstrecken sich noch bis zu diesen Gebirgen und die zwischen-liegenden Ebenen.

Seleueus und Briggs sind zwei grofse, aber in dieser Loge wenigins Auge fallende Ringgebirge, jedes etwa 7 Meilen im Durchmesser hal-tend. Ersteres mag 900010000 Fufs Tiefe haben; letzteres etwa halbso viel. Eine Bergader von 162 Fufs Höbe verbindet sie.

Vom 29° 53° N.B. ist die Randzone am schmälsten, und vonden grofsen Gebilden Lavoisier, Ulugh, Beigh, Gerard, Repsoldist wenig zu erkennen. Sie sind mit schwer wahrzuuehmenden Central-bergen versehen: im Gerard zieht sich sogar eine lange Kette hin, die an-sehnlich hoch sein mufs.