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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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die äufsere Fläche erlicht. Dem Promontorium Agarum ist eine breite,gegen 600 l'ufs hohe Vorstufe vorgelagert, und an der Ostseite, den ho-hen Gebirgsrücken des Randes nahe parallel, zeigen sich eine Menge vonBergköpfen in beträchtlicher Steilheit und 3000 5000 Fufs hoch. Einennoch zarteren und lieblicheren Anblick geben die kleinen in regelmäfsigeFormen gruppirten Hügel an der West- und Nordwestseite. Ferner zei-gen sich im Mare Crisium eine Menge Cratcr, aber mit wenigen Ausnah-men äufserst klein und nur in den stärksten Ferngläsern erkennbar.

§. 68 .

Im Süden des Mare Crisium, bis gegen den Mandäquator bin, zei-gen sich fast nur Gebirgs - und Ilügellandschaften. Zwischen ihnen schlän-geln sich grofse Tiefthäler hin, welche die Massen in einzelne Plateausabsondern und einige derselben ganz isoliren. Diese Thäler sind langeZeit hindurch mit dunklem Schatten bedeckt, und auch im Vollmondegrüfstentheils dunkler als die Borglandschaften. In der Nähe des Äqua-tors sind diese mauuichfach verzweigten grauen Thalschluchleu besondersaugenfällig.

Auch die Ringgebirge dieser Gegend sind im Innern meist dunkel-grau. So Condorcet, das grüfste unter ihnen, 9f Meilen im Durchmes-ser haltend und 8400 Fufs unter seinem Walle verlieft, Az out von3i Meilen Durchmesser nebst mehreren kleineren in seiner Nähe; Firmi-cus, 8g Meile grofs, mit einem 4640 Fufs hohem Walle, endlich Apol-lo nius, 6g Meilen im Durchmesser haltend, in dessen Walle zwei kleineCrater liegen, die im Vollmonde sehr hell glänzen. Alle diese Ringgebirgesind durch Bergarme mannichfaltig verbunden; in ihnen seihst aber Rudelman keine Central- oder andere Berge, noch auch überhaupt Unebenhei-ten, und es scheint als Regel feslgestellt werden zu können, dafs nament-lich Cenlralbcrge nur in solchen Ringilächen Vorkommen, welche sich ent-weder im Glanze gar nicht von der Umgegend unterscheiden oder dochmindestens kein Dunkelgrau zeigen.

Die angeführten Ringgebirge sind zwar schon für unsern Anblickbeträchtlich verkürzt, aber doch noch gut zu beobachten. Weniger istdies der Fall mit den Landschaften, die vom Maro aus westlich und süd-westlich dem Mondrande zu liegen. Hier zeigen sich zu gewissen Zeitenmächtige Binggebirge, von denen ein andresmal nichts zu sehen ist. Da-hin gehört Schubert von 10 und Neper von 16 Meilen Durchmesser,über deren nähere Beschaffenheit wir deshalb wenig unterrichtet sind.Weniger vollkommene Ringilächen bilden sich zwischen den Gebirgen,die vom Neper und Schubert dem Äquator zuziehen,

Im Westen des Mare zeigt die Landschaft nahe denselben Charakter,Auch hier liegen größere (Hansen, Alhazen) und kleinere Ringgebirgezwischen Berglandschaften, und graue Thals trecken ziehen im Westen der-selben hindurch. Die hellen Punkte, welche mau im Vollmonde auch indieser Gegend sieht, gehören meistens kleinen Cratern, seltner Berg-köpfen an.