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hell erleuchtet grade gegenüber; wogegen er, wenn er Abends an unserinWeslhimmel erscheint, das atlantische Meer und nur einen Theil Ameri-ka’s auf der Erdscheibe erblicht, von denen er natürlich weit wenigerLicht erhalten kann. Es giebt Erdorte, für welche dieser Gegensatz inBeziehung auf den Mond noch starker hervortritt, z. B. Canton uud Pa-rmnatta, wo dem Monde am Morgenhimmel nur der grofse Ocean, undkein Land von erheblicher Ausdehnung, erleuchtet gegenübersteht, amAbcndhimmel hingegen ganz Asien, und es wäre sehr wünschenswert!),wenn man in solchen Gegenden bestimmte Beobachtungen darüber anstellte.
§. 65.
Man hat häufig die Frage aufgeworfen: ob auf der Mondlläche wirk-liche (physische) Veränderungen vor sich gehen; ob der Mond ein wer-dender, ein bereits ausgebildeter, oder vielleicht ein schon ab-gestorbener Körper sei, und dergleichen. Nothwendig mufs die ersteFrage dahin beschränkt werden: ob die auf dem Monde vor sich gehendenVeränderungen für uns wahrnehmbar sind oder nicht? Denn es läfstsich zeigen, dafs die meisten auf der Erdoberfläche vor sich gehendenVeränderungen, diejenigen etwa ausgenommen welche Folge des Wechselsder Jahreszeiten sind, auf dem Monde mit unsern Werkzeugen nichtwahrgenommen werden könnten. Unsre Gebäude, Strafsen, Kanäle, Pflan-zungen sind für solche Fernen viel zu klein und unscheinbar. Mögeman immerhin berechnen, dafs z. B. unsre bedeutendem Städte mit 2ÜÜ-bis 300maliger Vergröfserung betrachtet, vom Monde aus als Pünktchenerscheinen könucn, so entsteht doch die Frage: was denn an einem sol-chen Pünktchen anders wahrgenommen werden kann als höchstens dieOrtslage? Um eine Stadt als solche sicher zu unterscheiden, müfsteman sie nicht als Punkt, sondern als Fläche wahrnehmen, in welchersich Detail (Strafsenzüge, Häuser u. dgl.) erkennen liefsen. Daran istaber selbst bei 3000maliger Vergröfserung nicht zu denken. Der Farben-wechsel der Landschaften vom Sommer zum Winter kann von dort ausbemerkt werden; die Kultivirung grüfserer, vorher öder Landstriche, allen-falls auch der nächtliche Brand grofser Hauptstädte, wie London 1606,oder Moskau 1S12 (geringere schwerlich), aber nichts von Ebben undFluthcn, partiellen Überschwemmungen, oder Änderungen in Folge vulka-nischer Ausbrüche und Erdbeben, wenn sie nicht weit mächtiger sind alsdie uns historisch bekannten. Ähnliches also könnte wohl auf dem MondeVorgehen, ohne dafs wir es bemerkt hätten, oder je bemerken könnten.
Übrigens begreift man leicht, dafs von Wahrnehmung dpr Verän-derungen, zumal unter so schwierigen Umständen, nicht eher die Redesein kann, bis wir mit der festen, unveränderlichen Grundlage so ge-nau als möglich bekannt sind. War denn aber zu der Zeit, als z. B.Schroter seine auf solche Wahrnehmungen gerichtete Beobachtungen un-ternahm, eine solche Kcnntuifs vorhanden, war sie selbst nur möglich?Man prüfe die damaligen Mondkarlen, man prüfe Schröters eigne Zeich-nungen. Wenn sogar Meere noch unbekannt waren (keine frühere Karte