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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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physischen Dimensionen eines Ringgebirges (als Breite des Fufscs, Gradund Art der Böschung, Profil der Rückenlinie des Walles, Tiefe derMitte und noch andrer Punkte der innern Fläche) wie zu einer Berech-nung oder genauen Modellirung eines Ringgebirges erforderlich wäre, istdoch wohl aus 50000 Meilen Entfernung und bei nothgedrungen einsei-tiger Ansicht nicht zu erhalten.

Zwischen Höhe und Durchmesser findet dagegen ein ähnlichesVerhältnifs so wenig Statt, dafs grade umgekehrt die kleinern Ringge-birge oft eine gröfsere absolute Tiefe umschliefsen, ähnlich wie im All-gemeinen die Ringllächen selbst tiefer als die Wallebenen gefunden wer-den. So ist z. B. Hcrschel tiefer als Ptolemäus. Man kann sich davonleicht überzeugen, wenn man irgend eine Mondgegend unter 2025° Be-leuchtung betrachtet. Man findet dann in den Wallcbenen und gröfserenRinggebirgen gewöhnlich keine Schalten mehr, oder doch nur noch in en-gen Thälern, wogegen die Ringgebirge und noch mehr die kleineren Cra-terformen häufig noch ganz mit schwarzen Schatten ungefüllt sind; undeben so zeigen es die angestellten Messungen.

Wie die Wallebenen finden sich auch die Ringgebirge, obgleichkein Theil des Mondes ihrer ganz entbehrt, im südlichen Tlieile häufigerund mehr ineinandergedrängt als im nördlichen, wo sie aber eben dieserIsolirung Wegen im Ganzen besser beobachtet werden können. Nach einerohngefähren Schätzung nehmen die Ringgebirge und die ihnen verwandtenWallebenen im nördlichen Theile des Mondes etwa {, im südlichen abermindestens £ der Gesammt-Oberfläche ein; ja in einigen Gegenden (wiebei Tyclio herum) nimmt diese Form und die verwandte der Crater undGruben das gahze Terrain dergestalt ein, dafs man weit und breit keinNiveau findet welches auch nur cinjgermafsen zur Basis von Höhenver-gleichungen dienen könnte.

§. 42.

Wenn nun schon die Zahl der Wallebenen und Ringgebirge, ver-glichen mit der der eigentlichen Bergketten, liufserst beträchtlich genanntwerden mufs, so ist die der kleineren kreisförmigen Bildungen, der Cra-ter und Gruben, fast unzählbar. Diese beiden Benennungen werdenhier zusammengefafst, da eine genetische Unterscheidung derselben ohne-hin nicht durchgeführt werden kann und die ganze Verschiedenheit nurdarauf beruht, dafs die Crater einen deutlichen Wall zeigen, den Grubenhingegen entweder ein solcher fehlt, oder (was wahrscheinlicher ist) desgeringen Durchmessers wegen von uns nicht mehr erkannt wird.

Selbst in diesen Cratern erkennt man bisweilen noch Centralbcrge.Die meisten jedoch zeigen uns nichts, als einen steilen Wall von strengregelmäfciger Kreisform und rixigs herum gleicher Höhe. Sowohl die in-nere Fläche als die Umgebungen der Wallebenen und oft auch der Ring-gebirge sind mit ihnen angefüllt, ja auf dem Walle selbst sind sie durch-gebrochen, einer drängt sich an den andern, und bei genauer Untersuchungfindet man oft im Walle eines Craters von kaum 1 Meile Durchmesser