nicht bis zur Sohle hinabgehend. Letzteres findet eher bei solchen Ring-gebirgen Statt, wo die innere und tinfsere Fläche in ganz oder nahe glei-chem Niveau liegen, und wo mehrere breite Pforten beide mit einanderverbinden. Solche unvollkommne Ringgebirge, wie Parry und Gue-rike, bilden die Mittelglieder zwischen Ringgebirgen und Rergkränzen.
Sehr häufig tritt auf dem Monde der Fall ein, dafs zwei bedeu-tende, nach Form, Durchmesser, Tiefe, Steilheit und andern Bestimmun-gen wenig verschiedne Ringgebirge sehr nahe zusammenlicgen oder auchwirklich zusammenstofsen. So Atlas und Hercules, Maurolycus und Stöf-ler, Ritter und Sabine, Azophi und Abenczra, die beiden Flächen desSteinheil u. a. m. Ja cs läfst sich ein noch viel bestimmteres Verhültnifsin zahlreichen Beispielen aufstelleu. Zwei solche Ringgebirge liegen inMeridianrichtung, 3 — 6 Meilen von einander entfernt, in fast ganzgleichem Habitus und gleicher Augenfälligkeit neben einander, und zwarwenn sie an Gröfse verschieden sind, das kleinere südlich, und seinDurchmesser zu dem des nördlichen mehr wie 3 : 4 sich verhaltend. Vomnördlichen ziehen mehr oder minder starke Rücken in Südwestrichtungzum südlichen. .Beispiele: Aristillus und Autolycus, Petavius und Fur-nerius, Agrippa und Godin, Aristoteles und Eudoxus, Geminus und Burck-hardt, Moretus und Short, Schickard und Phocylides, Scheiner undBiancanus,
Überhaupt aber wird man bei den gröfsern wie bei den kleinernringförmigen Gebilden der Mondfläche die meisten und ausgedehntestenReihen in Meridianrichtung antreffen, so jedoch, dafs bei den klei-nern Formen das Übergewicht der Meridianrichtung weniger hervortritt,als bei den gröfsern. — Die merkwürdigste mehrfache Gruppe dieserArt bildet Airy mit fünf anderen ihn fast völlig gleichen, auf einem Bogenvon Albatcgnius zum la Caille auf gleichen Distanzen auseinanderliegenden,höchst eigenlhümlich geformten Ringgebirgen, dergleichen auf dem ganzenMonde weder einzeln noch gruppenweis wieder Vorkommen.
§. 41.
Bei den eigentlichen Ringgebirgen steht die Höhe des Walles zurabsoluten Tiefe der innern Fläche meistens in direktem Verhältnifs *).Der äufsere Abhang beträgt zwischen § und des innern. Schröter kamdadurch auf die Idee, dafs das Volumen des aufgetliürmten Walles gradehinreichen möchte, das Innere auszufüllen und die Ebene wiederherzustel-len. Er modellirte einige Ringgebixge (durch eine Berechnung wäreman leichter zum Ziele gelangt) und fand oft grofse Übereinstimmung,zuweilen auch starke Differenzen. Aber es dürfte vergeblich sein, hierGewifsheit zu erwarten, denn eine so genau detaillirte Kenntnifs aller
*) Es kann zwar auf dem Monde, wo ein allgemeine* gleichförmiges Niveau (wiedas oceanische auf der Erde) gänzlich fehlt, von absoluten Höhen und Tiefen eigentlichgar nicht die Rede sein. Indefs soll das hier Gesagte sich zunächst nur auf solche Ringge-birge beziehen, wo die äufsere Fläche wenigstens vergleichungsweise eine Ebene ist*