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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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Meere befinden, sind die eigentlichen Wallebenen seltner; die dort vor-kommenden, besser isolirten Gebilde gehören vorzugsweise den nachfol-genden Kategorien an.

§. 38.

Der Benennung Ringgebirge entsprechen auf dem Monde am he-gten die Formen, welche zwischen 2 und 10 Meilen Durchmesser haben.Hier ist die Kreisform, wenigstens beim Ilauptriicken und an der InnernSeite, meistens bestimmter ausgeprägt, als bei den Wallcbenen. Man er-kennt nicht nur deutlich den Hauptrücken, sondern es ist auch gewöhn-lich der einzige, der sich ringsherum schliefst. Der Lage nach kommendiese Ringgebirge fast unter allen Bedingungen vor; mitten in Gebirgenwie Conon, Römer, Mersenius); an einer Seite derselben sich anlehnend(wie Mayer, Vitello); am Ende einer Bergkette und gleichsam ihrenSchlufsstein bildend (Eratosthenes, Piccolomini) in grofsen Wallebenentlieils in der innern Fläche (wie im Sacrobosco) theils im Walle selbstund diesen unterbrechend (wie bei Capuanus, Wilhelm I., Maurolycus)oder von aufsen sich anlehnend (wie bei Purbach, Ilipparch und Pto-lemäus). Endlich findet sie sich auch häufig mitten in Meeren, (wieBessel, Enckc, Picard) oder in ebeneren, helleren Landschaften (Kep-ler, Nicolai).

Die äufsere Form der Ringgebirge bestimmt sich dann meistensdurch diese Umgebung. Von den in freien Ebenen liegenden giebt csmehrere, die nach aufsen wie nach innen, so viel man wahrnehmen kann,der Kreisform streng entsprechen, und weder Abplattungen einzelner Stel-len, noch Ausläufer, Terrassen u. dgl. zeigen. Häufiger indefs zeigen sichkleine Ausläufer (besonders zahlreiche bei Arist.illus und Autolycus); beieinigen ist der Wall identisch mit dem Gebirge, -worin sie liegen, underhebt sich nicht über die Umgebung. Ringsherum ist dies jedoch seltender Fall; man würde dann eine blofsc Vertiefung ohne Wallumgcbunghaben. GaUricus und einige Gebilde in seiner Nähe geben Beispiele dazuab, oder kommen doch dieser Form sehr nahe.

Viel gleichförmiger ist dagegen, die Lage sei welche sie wolle, dieinnere Seite eines solchen Ringgebirges. Sie fällt fast immer sehr steilab, und wo sich Ausläufer und Terrassen zeigen, sind sie kurz und nie-drig, so dafs sie bei einer Sonnenhöhe von 10°15° noch vom Schattendes Hauptrückens verdeckt werden. In vielen von der Mitte entfernterliegenden Ringgebirgen und Wallebenen können sie übrigens sehr wohlvorhanden sein, ohne dem Auge des Erdbewohners jemals sichtbar zuwerden, da der optisch überhängende Hauptwall sie verdeckt. Bei wei-tem in den meisten Fällen ist die innere Fläche concav.

§.. 39.

Schon hei den Wallebenen, noch häufiger aber bei den Ringgebir-gen ist die Milte durch einen bestimmten Centralberg bezeichnet. Ersteht mit dem Walle in keiner Verbindung, erhebt sich auch nie zur