31
Ihre angeführten Benennungen rühren von Riccioli her, der imGeschmack seiner Zeit die astrologischen Qualitäten dafür wählte. Zweiderselben, das Mare Ilumboldtitianum und Ulare Australe sind erst vonuns benannt worden. Die früheren Hevel sehen Namen, von Erdmeerenhergenommen, sind jetzt meist aufser Gebrauch.
§. 35 .
Die helleren Landschaften des Mondes zeigen sich fast ohne Aus-nahme gebirgig, und diese Gebirge übertreffen die der Erde sowohl anHöhe als an Steilheit. Zuweilen, doch seltner als auf der Erde, bildensich längere Bergketten mit einzelnen Gipfeln und kürzeren Ausläufenwie die Montes Hercynii, Riphaei, Altai; gewöhnlicher zeigen sie sich innebeneinandergelagerten breiten Massen, mit tief einschneidenden oderauch hindurchgehenden Querthälern, als Massengebirge, wie der Tau-rus. Oder cs hebt sich ein bedeutender Thcil der Oberfläche über diehellem wie die dunklern Theile als Hochland empor und trägt auf sei-nem Plateau eine Menge der verschiedenartigsten Bergformen, zur Seiteaher ein hohes Gebirge, welches sich mit gewaltigen Abstürzen plötzlichzur grauen Ebene herabsenkt (so die Apenninen, Caucasus, Alpen).
Der Apennin gehört zu den bedeutendsten dieser Gebirge, undseine zahlreichen, weit in die Nachtseite des Mondes hinein sichtbarenGipfel können selbst von scharfen unbewaffneten Augen wahrgenommenwerden. —
Auch finden sich kleinere, isolirte Platcauflächcn, die zuweilen an-sehnlichen Gipfeln zur Basis dienen, wie das was südlich beim Ifip-palus liegt.
Niedrige Rücken, die meistens nur in der Nähe der Lichtgränzegesehen werden können, in mäfsiger Breite und ohne verwickelte Krüm-mungen, meist in graden Linien oder flachen Bogen durch die Ebene hin-ziehen und zuweilen niedrige Gipfel tragen, auch wohl am Fufse höhererGebirge (wie beim Apennin) diesen parallel forlslreichen, nennt man ampassendsten Bergadern, oder wenn sie sich beträchtlich in die Breiteausdehnen, Landrücken.
Viele Gegenden sind mit einer grofsen Menge mäfsig hoher Kuppenund niedrigen Bergrücken dicht besetzt, und bieten sich unsern Sehwerk-zeugen meistens nur als ein schwer zu entwirrendes Chaos dar. Wir wer-den sie als Hügellandschaften bezeichnen; zu ihnen gehören die Ge-gend bei Schröter, Eudoxus, Aristoteles, die Gegenden im N. des Cas-sini, im W. des Calippus und im S. des Mairan.
Endlich linden sich, und zwar häufiger als auf der Erde, isolirteBerge von allen Formen und Dimensionen in der Ebene zerstreut, erhe-ben sich auch wohl zu ansehnlichen Höhen, wie der Pico. Oft bildenmehrere derselben Reihen ohne bestimmten Zusammenhang, und zuweilenumgeben sie in ziemlich regelmäfsigcr Kreisform eine Fläche, die dannnach allen Seiten hin durch Querthäler mit der äufseren Umgebung inVerbindung steht (Bergkranz). Dahin gehört Parry, Bonpland, dieBergkränze bei Lubiniezky und Flamsteed u. a. ra.