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Wenn wir für diese Formen eine Terminologie aufstcllcn, so mutediese nothwendigerweise von Gegenständen auf dem Erdkörper hergenom-men sein und an diese erinnern; jedocli darf man nie vergessen, dafs durchdie Wahl der Bezeichnung nichts über die innere Natur der Objekte fest-gestellt werden soll und kann, sondern nur die äufscre und mitunter ziem-lich entfernte Ähnlichkeit. Man denke daher bei Meer nicht an eine was-serbedeckte Oberfläche, bei Berg und Gebirge nicht an die den Erd-gebirgen cigenthümliche geognostische Formation, bei Crater nicht aneinen vulkanischen Ursprung; wenigstens nicht so als verstände sicli diesvon selbst. Ob und wieviele Merkmale die gleichbenannten Gegenständeauf Erde und Mond mit einander gemein haben, können wir nur zumTheil, und nur durch die aufmerksamste Beobachtung zu ergründen hollen.
§. 34 .
Man bemerkt schon mit blofsen Augen, am deutlichsten im Voll-monde, gröfsere und kleinere graue Flecke, theils scharf getrennt, theilsallmählig in das Hellere übergehend.. Dafs cs keine Schalten höhererGegenstände sein können, erhellt daraus, dafs sie grade dann am deutlich-sten gesehen werden, wenn der Mond, nach seiner Lage gegen Sonneund Erde, uns keinen Schatten zeigen kann; übrigens sind die wirklichenSchatten auf dem Monde nie grau oder verwaschen, sondern stets voll-kommen schwarz und scharf, und sie unterscheiden sich auf dem Grundeder grauen Flächen eben so gut, wie in andern Gegenden. Man hat sicMeer (Mare) genannt, und auch wohl früherhin dafür gehalten; alleinhei aufmerksamer Beobachtung zeigt sich bald, dafs eine allgemeine Was-serbedeckung hier nicht Statt finde. Auf ihrem Grunde ziehen Uneben-heiten der verschiedensten Art; ihre Farbe ist nichts weniger als gleichför-mig, (einige erscheinen sogar grünlich) und man bemerkt in ihnen leer-stehende Tiefen. Dies allein reicht zwar nicht hin, dem Monde sofortalles Wasser abzusprechen, allein so viel geht daraus hervor, dafs wir beiMare zunächst nur an eine grofse, graue, gegen ihre hellere Umgebungmehr oder weniger vertiefte und verhältnifsmäfsig ebene Fläche zu den-ken haben.
Einen grünlichen Schimmer bemerkt man im Mare Crisium,Mare, Serenitalis und Mare Ilumorum, und diese drei sind auch am bestenringsherum begränzt, wiewohl kein einziges vollständig. Von den übri-gen, dem Mare Vaporum, Tranquillitatis, Ncctaris, Foecunditatis, Imbrium,Nubium, Procellarum und Frigoris, die mehrfach mit einander in Verbin-dung stehen, kann man die Gränzen nur sehr willkührlich ziehen. DasMare Australe und Mare Humboldtianum kommen uns wenig und schlechtzu Gesicht. — Für kleinere graue Flächen, so wie für Nebentheile dergrüfsern, die auch meist etwas heller, und mehr mit Bergformen allerArt angefüllt sind, hat man die Bezeichnung Palus (Sumpf) Lacus (See)und Sinus (Busen) gewählt; so der hellbräunliche Palus Somnii, dieSinus Iridum, lloris, Aestuum, Medii, der Lacus Sonmiorum und La-cus Mortis.