und eigentümliche Schwierigkeiten, da nicht allein sein Abstand, sondernauch die Lage seines Äquators und seiner Meridiane gegen Erde und Sonnebeständigen Veränderungen unterworfen ist, welche aufs genaueste berück-sichtigt werden müssen. Vor Erfindung der Ferngläser war begreiflicher-weise an eine Mondkarte nicht zu denken; allein auch nach derselbenfehlte es anfangs llieils an der erforderlichen genauen Kenntnifs der Ge-setze des Mondlaufes, llieils erkannte man die Notwendigkeit eines stren-gen Verfahrens noch nicht in dem Blafse wie jetzt. Deshalb waren dieersten Versuche von Galilüi, Seheiner, Schirläus , Langren ganz er-folglos, und erst dem beharrlichen Hevel in Danzig gelang 1643 eineDarstellung des Mondes, die zwar noch sehr mangelhaft und nur nachSchätzungen entworfen war, doch aber länger als ein Jahrhundert diebeste blieb, da sein Nachfolger Riccioli wenige Jahre später eine weitschlechtere gab, Cassini und Lahire zwar gröfsero, im Ganzen aber kei-nesweges vollkommnere Karten lieferten und alle übrigen Mondkarten nichtsals Nachbildungen der /feilschen, Lahire schon u. a. waren, folglichliier, wo nur von selbständigen Arbeiten die Rede sein soll, keiner Er-wähnung bedürfen.
§. 26.
Tobias Mayer- in Güttingen war der erste, der die Nothwendig-kcit umfassender und genauer Messungen auf der Mondflächo erkannte undmit Ernst an die Bearbeitung einer richtigeren Mondkarte dachte. Schonin seinem 16. Jahre hatte er eine Mondfinsternifs speciell beobachten wol-len und dabei dio grofse Mangelhaftigkeit der bisherigen Karten kennengelernt. Er war cs, der zuerst die Theorie des Mondlaufs so weit berich-tigte, dafs die Beobachtungen nicht mehr um ganze Minuten von der Vor-ausberechnung abwichcn; er bestimmte die Neigung des Moiuläquators fastgenau so wie wir sie jetzt annehmen, während Cassini sie 1 Grad zugrofs gefunden halte; er mafs 24 Punkte auf der Moudobcrllüche, gröfsten-tlieils wiederholt, mit dem Mikrometer, und bestimmte dio Lage von 65andern durch Vergleichung mit jenen Fundamentalpunkten, Die Fruchtdieser mühsamen Arbeiten war eine Karte des Mondes, viel genauer alsdio HevcT sehe, aber nur 7 Zoll im Durchmesser haltend und nur dieHauptumrisse darstellend. Er machte auch einen Entwurf zu detaillirterenMondkugeln, die in einzelnen Segmenten nach und nach erscheinen soll-ten, doch diese kamen nicht zu Stande. Mayer blieb auf halbem Wegestehen und man fand nach seinem Tode nur einen Tlieil der angefangencuZeichnungen, an deren Ergänzung und Vollendung sich JJJicmand wa-gen wollte.
Wie früher die IIercTsc\\e, so ward nun dio 3/ayer' sehe Kartedie Quelle, aus welcher die Nachbilder hervorgingen, und aufser einervon Lalandc besorgten neuen Ausgabe der Cassini’sehen Karte, Welcheer durch eigne Beobachtungen etwas verbesserte, so wie einiger VersucheLamberts bietet abermals ein langer Zeitraum uns Nichts, was die Scleqo-graphie gefördert hätte.