Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

I

gemacht, daß der eigentliche Ursitz indischer Cultur, einerder herrlichsten Blüthen des Menschengeschlechts, derensüdöstlichste Verbreitung Wilhelm v. Humboldt in seinemgroßen Werke'über die Kawi-Sprache" entwickelt hat,innerhalb der Wendekreise gewesen sei. Airyana Vacdjü,daS alte Zendland, lag im Nordwesten des oberen Indus;und nach dem religiösen Zwiespalt, dem Abfall der Jraniervom brahmanischen Institute und ihrer Trennung von denIndern hat bei diesen die ursprünglich gemeinschaftlicheSprache ihre eigenthümliche Gestaltung, wie das bürger-liche Wesen seine Ausbildung im Magadha^ oder MadhyaDesa, zwischen der kleinen Windhya-Kette und dem Hima-laya, erlangt.

Tiefere Einsicht in das Wirken der physischen Kräfte,hat sich (trotz der Hindernisse, welche, unter höheren Breiten,verwickelte örtliche Störungen in den Naturprocessen desDunstkreises oder in der klimatischen Verbreitung organischerGebilde dem Auffinden allgemeiner Gesetze entgegenstellen)doch nur, wenn gleich spät, bei den Volksstämmen ge-funden , welche die gemäßigte Zone unserer Hemisphärebewohnen. Von daher ist diese Einsicht in die Tropen-region und in die ihr nahen Länder durch Völkerzüge undfremde Ansiedler gebracht worden: eine Verpflanzung wissen-schaftlicher Cultur, die auf das intellectuelle Leben undden industriellen Wohlstand der Kolonien, wie der Mutter-staaten, gleich wohlthätig eingewirkt hat. Wir berührenhier den Punkt, wo, in dem Contact mit der Sinnenwelt,zu den Anregungen des Gemüthes sich noch ein andererGenuß gesellt, ein Naturgenuß, der aus Ideen ent-springt : da wo in dem Kampf der streitenden Elemente