Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
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ernstcö und feierliches beiwohnt, entspringt auS dem fastbewußtlosen Gefühle höherer Ordnung und innerer Gesetz-mäßigkeit der Natur; aus dem Eindruck ewig wiederkeh-render Gebilde, wo in dem Besondersten des Organismusdas Allgemeine sich spiegelt; aus dem Cvntraste zwischendem sittlich Unendlichen und der eigenen Beschränktheit,der wir zu entfliehen streben. In jedem Erdstriche, überallwo die wechselnden Gestalten deö Thier- und Pflanzen-lebens sich darbieten, auf jeder Stufe intellectueller Bildungsind dem Menschen diese Wohlthaten gewährt.

Ein anderer Naturgeuuß, ebenfalls nur daS Gefühlansprechend, ist der, welchen wir, nicht dem bloßen Ein-tritt in das Freie (wie wir tief bedeutsam in unsererSprache sagen), sondern dem individuellen Charakter einerGegend, gleichsam der physiognomischen Gestaltung derOberfläche unseres Planeten verdanken. Eindrücke solcherArt sind lebendiger, bestimmter und deshalb für besondereGemüthszustände geeignet. Bald ergreift uns die Größeder Naturmassen im wilden Kampfe der entzweiten Elementeoder, ein Bild deö Unbeweglich-Starren, die Oede derunermeßlichen Grasfluren und Steppen, wie in dem ge-staltlosen Flachlande der Neuen Welt und des nördlichenAsiens; bald fesselt uns, freundlicheren Bildern hingegeben,der Anblick der bebauten Flur, die erste Ansiedelung desMenschen, von schroffen Felsschichten umringt, am Randedes schäumenden Gießbachs. Denn es ist nicht sowohl dieStärke der Anregung, welche die Stufen des individuellenNaturgenusseö bezeichnet, als der bestimmte Kreis vonIdeen und Gefühlen, die sie erzeugen und welchen sie Dauerverleihen