Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

und Mischung, Inbegriff der Naturdinge und Naturkräfte,alö ein lebendiges Ganze. DaS wichtigste Resultat dessinnigen physischen Forschens ist daher dieses- in derMannigfaltigkeit die Einheit zu erkennen, von dem Indi-viduellen alles zu umfassen, was die Entdeckungen derletzteren Zeitalter uns darbieten, die Einzelheiten prüfendzu sondern und doch nicht ihrer Masse zu unterliegen, dererhabenen Bestimmung des Menschen eingedenk, den Geistder Natur zu ergreifen, welcher unter der Decke der Erschei-nungen verhüllt liegt. Auf diesem Wege reicht unser Be-streben über die enge Grenze der Sinncnwelt hinaus, undes kann uns gelingen, die Natur begreifend, den rohenStoff empirischer Anschauung gleichsam durch Ideen zubeherrschen.

Wenn wir zuvörderst über die verschiedenen Stufendes Genusses nachdenken, welchen der Anblick der Naturgewährt, so finden wir, daß die erste unabhängig von derEinsicht in das Wirken der Kräfte, ja fast unabhängigvon dem eigenthümlichen Charakter der Gegend ist, die unsumgiebt. Wo in der Ebene, einförmig, gesellige Pflanzenden Boden bedecken und auf grenzenloser Ferne das Augeruht, wo des Meercö Wellen das Ufer sanft bespülen unddurch Ulvcn und grünenden Seetang ihren Weg bezeichnen -überall durchdringt uns das Gefühl der freien Natur, eindumpfes Ahnen ihresBestehens nach inneren ewigenGesetzen". In solchen Anregungen ruht eine geheimniß-volle Kraft; sie sind erheiternd und lindernd, stärken underfrischen den ermüdeten Geist, besänftigen oft das Gcmüth,wenn es schmerzlich in seinen Tiefen erschüttert oder vomwilden Drange der Leidenschaften bewegt ist. Was ihnen