13) Carl Zangemeister und Wilhelm Wattenbach, Lxompla oockiouinlatinomrnr littsris mainsvulis somptoruiri. Heidelberg 1876—1879.
14) C, Wessely, Schrifttafeln zur älteren lateinischen Paläographie. Leipzig1898, (26 Tafeln mit 56 Schriftbildern vom Beginn unserer Aera bisins VI. Jahrhundert).
15) Unterrichtsbehclfe zur Handschriftenkunde. Handschriften aus dem 16., 17.und 18. Jahrhundert. Zusammengestellt von der Direktion des k. k.Kriegsarchios Wien 1889. (26 Blatt).
16) Joh. Ficker und Otto Winckelmann, Handschriftenproben des XVI.Jahrhunderts nach Strafzburger Originalen. Strasburg 1962—1965.(2 Bände mit 162 Tafeln.)
17) Seeliger, Urkunden und Siegel in Nachbildungen für den akademischenGebrauch. Leipzig 1914. Darin Heft 3 Redlich und Groß, Privat-urkunden).
18) Georg Mentz, Handschriften der Reformationszeit. Bonn 1912. (56Tafeln mit 95 Nachbildungen der Originale und Uebertragung der Texte).
Die meisten der obenangeführten Veröffentlichungen beschäftigen sich mit dermittelalterlichen lateinischen Handschriftenkunde, die für die Familienforschungnur höchstens seit dem Ende des 12. Jahrhunderts in Frage kommt. Diegroßen Tafelwerke, die in den historischen Seminaren benutzt werden, sindaußerdem für den Anfänger zu umfangreich und zu schwer zu beschaffen. Dochwird der eine oder andere vielleicht Gelegenheit haben, die Werke in Biblio-theken kennen zu lernen. Besonders möchte ich diesen dann auf das 3. Heftvon Nr. 1 und Nr. 2, auf Nr. 6, 7, 8, 9, 12, 13, 15, 16, 17 und 18 hin-weisen. Für den Gebrauch des Laien fehlt eigentlich vollkommen ein billigesHeftchen, das ihn, wenn er selbst Familienforschungen treiben will, in die Hand-schristenkunde einführt. Diesem Mangel soll die nachstehende Arbeit abhelfen.Es ist daher auch vorzugsweise auf die Handschriften des 16., 17. und 18. Jahr-hunderts eingegangen, die in erster Linie für den Forscher in Frage kommen.Doch muß die Entwickelung der Schrift und namentlich der Kürzungen, vondenen mehrere aus dem Latein des Mittelalters in die deutsche Schrift derneueren Zeit hinüberkommen, an einzelnen Beispielen gezeigt werden.
Die Entwickelung der Handschrift lernen wir am Besten aus BertholdBretholz, Lateinische Paläographie, 2. Auflage, Leipzig und Verlin 1912kennen. Auch gibt wertvollen Aufschluß, namentlich über die künstlerische Ent-wicklung der Schrift und des Buchdrucks, der ja letzten Endes aus der Hand-schrift entstanden ist, Karl Brandi, Unsere Schrift, Göttingen 1911. — Inder Zeit, mit der wir unsere Hebungen beginnen, ist bereits an die Stelle derkarolingischen Minuskel (sogenannt nach den kleinen Buchstaben zum Unterschiedevon der Majuskel, in der Alles mit großen Buchstaben geschrieben wurde) diesogenannte „gotische" Minuskel getreten. Es ist dies anfangs eine sorgfältiggemalte Schrift. Im 13. Jahrhundert entstand daraus bei wachsendem Schrift-bedarf eine leichtflüssige Schreibschrift, die „Cursive", die durch ihre Flüchtig-keiten, Kürzungen und Umgestaltung der Buchstaben usw. schon etwas
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