„Paläographie" für die neue Wissenschaft brachte zuerst der Franzose Mont-faucon in seinem Buche „DulusoAimpIria Armsen sivs cls ortn st pvo-Ansssn Irtsrnnuin" 1708.
Die ersten Deutschen, die sich eingehend mit dem neuen Wissensgebiet derHandschristenkunde befaßten, waren der Professor der Rechte an der UniversitätGießen I. N. Hertius und der gelehrte Abt des Bencdictinerklosters GöttweigI. G. Bessel. Bahnbrechend wurde in Deutschland im 18. Jahrhundert derEöttinger Professor der Geschichte Johann Christoph Gatterer, der eine Samm-lung von Originalurkunden, Nachzeichnungen und Handschriftendrucken in Kupfer-stich anlegte, die er zu Studienzwecken für seine Hörer verwendete und somitdas erste paläographische Seminar ins Leben rief. Sein „Abriß der Diplomatieerschien in Göttingen 1798. Ihm folgten viele andere, die sich bis in dieneueste Zeit mit Veröffentlichungen über wissenschaftliche Handschriftcnkundebefaßten, die hier einzeln aufzuzählen zu weit führen würde. Ich verweise dieInteressenten auf Berthold Bretholz „Lateinische Paläographie", Z.Auflage,Leipzig und Berlin, 1912, S. 1—6.
Von deutschen Schrifttafelwerken zur Erlernung der Handschriftenkunde seienhier besonders genannt-
1) Wilhelm Arndt und Michael Tangl, Schrifttafeln zur Erlernung der la-teinischen Paläographie, Heft 1—3, Berlin 1898—1904. (107 Tafeln).
2) Franz Steffens, Lateinische Paläographie. 2. Aufl., Trier 1909. (40Seiten Text und 125 Tafeln mit gegenüberstehenden Transcriptionen).
3) Maximilian Ihm, ?u1usoArmx>liiu latinu, Leipzig (Teubner), ohne Jahr.(22 Tafeln).
4) Theodor Sickel, lUonrunsnta AimMisa insckii asvi. Lieferung 1—9,zu je 20 Blatt, 1859—1869, Lieferung 10 (herausgegeben von K. Rieger),1882.
5) Anton Chroust, Nonninsnta DulusoAimplrisa. Denkmäler der Schreib-kunst des Mittelalters. München 1899 ff. (Als großangelegtes Werk ge-plant, aber noch nicht vollständig erschienen).
6) Wilhelm Schum, Lxsnrpla oockisnm Innplonianormin lLi'lni'tsnsiuinsass. IX—XV., Berlin 1882. (55 Abbildungen auf 24 Blättern).
7) Rudolf Thommen, Schriftproben aus Basler Handschriften des 14.—16.Jahrhunderts. 2. verm. Aufl. Basel 1908. (27 S. Text und 25 Tafeln).
8) E. Petzet und O. Elanning, Deutsche Schrifttafeln des IX.—XVI. Jahrh.der K. Hof- und Staatsbibliothek in München, Heft 1, 1910.
9) W. Wattenbach, Anleitung zur lateinischen Paläographie, 4. Aufl., Leipzig1886.
10) H. von Spbel und Th. von Sickel, Kaiserurkunden in Abbildungen.Von Pipin bis Maximilian. Berlin (Weidmann) 1880—1891. (11Lieferungen mit 317 Urkunden auf 331 Tafeln).
11) Julius von Pflugk-Harttung, Olrantar-nnr pontilionin Koinunorninspsoiininu sslssta. Stuttgart 1885—1887.
12) O. Posse, die Lehre von den Privaturkunden, Leipzig 1887. (Mit bei-gegebenen Atlas).
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