4t) Biographie.
Jahres — auS welcher Veranlassung ist nicht bekannt — Bonn zuverlassen und die Universität in Göttingen zu beziehen. In denBriefen an seine Freunde aus jener Zeit wiederholt er deS öfterendie Versicherung, daß er nur „des Ochsens" wegen von Bonn fort-gegangen sei. Vorher schon hatte er mehrere Wochen in dem DörfchenBeul bei Bonn zugebracht und dort seine Tragödie „Almansvr" be-gonnen. In den Universitätsfcrien desselben Jahres machte er zu-erst einen Besuch bei seine» Eltern in Düsseldorf und trat sodanneine Wanderung durch Westfalen an. Die Erinnerungen an die Reiseund an diesen anmutigen Landstrich beschäftigten ihn später noch vielfach.
Wenn Heine „ das Ochsen" als seine vornehmste Aufgabe fürNöttingen in Aussicht nahm, so darf man deshalb doch nicht glauben,daß er nicht auch in Bonn dem juristischen Brvtstudium fleißig ob-gelegen habe. In dem Dekanatszeugnis der Universität hcisst eS:„Daß der stuck. zuris H. Harry Heine auS Düsseldorf währendseines Aufenthaltes auf hiesiger Universität folgende Vorlesungen,nämlich
mit ausgezeichnetem Fleiß und rühmlichster Aufmerksamkeit besuchthabe, wird demselben bcy seinem Abgange von hier, der Wahrheitgemäß andurch bezeugt."
Die äußere Erscheinung und daS Wesen Heines zu jener Zeitwerden von Verwandten und Freunden übereinstimmend folgender-maßen geschildert! Er war mittelgroß, hatte eine kleine, weiße Hand,so schön geformt wie die seiner Mutter, edle Gesichtszüge, lichtbraunes,nach damaliger Sitte ziemlich langes Haar, welches das feine Ovalseines bartlosen Gesichtes umrahmte, eine griechische Nase, schön ge-wölbte Augenbrauen, helle blaue Augen, einen großen Mund mitvollen, wollüstigen Lippen und mit sarkastisch verzogenen Mundwinkeln.
Er kleidete sich stetS mit Sorgfalt und Geschmack und schon inBonn war es bekannt, daß er der Mode folgte und seine Kleiderkeine Fältchen werfen durften; auch seine Wäsche war untadclhnft.Spitzenjabots und feine gekräuselte Manschetten, wie man sie damalstrug, durften nie fehlen. Gewöhnlich trug er auch einen Studcnten-rock von Samt.
IV.
Die Universität in Nöttingen hatte ihre Blütezeit hinter sich,als Harry Heine am 4. Oktober 1820 sich daselbst immatrikulierenließ. Nur die juristische Fakultät hatte uoch einige Bedeutung; ihrRuf war es auch, welcher Heine nach Göttingen zog.
Am 9. November schreibt er an seinen Freund Fritz Beughem:„Hätte ich nicht die Länge des Wegs aus Erfahrung gekannt, sowäre ich richtig wieder nach Bonn zurückgelaufen. Patente Pommade-hengstc, Prachtausgaben wässrigter Prosaiker, Plastisch cnnuyante