5l) Buch der Lieder.
Du sähest vft, wie wich Pedanten hudeln,Wie Schellciikappcnträgcr wich nmkiingcln,
Wie gift'ge Schlangen nm wein Herz sich ringeln;Dn sahst wein Blut ans tausend Wunden sprudeln.
Du aber standest fest gleich cincw Turwe;Ein Leuchtturm war dein Kopf mir in dem Sturme,Dein treues Herz war mir ein guter Hafen.
Wahl wagt um jenen Hafen wilde Brandung,Nur wen'ge Schiff' erringen dort die Landung,
Doch ist man dort, so kann man sicher schlafen.
11.
Ich möchte weinen, doch ich kann es nicht;Ich macht' mich rüstig in die Hohe heben,
Dach kann ich's nicht; nm Boden muß ich kleben,Umkrächzt, nmzischt von eklem Wnrmgezncht.
Ich machte gern mein heitres Lebenslicht,
Mein schönes Lieb, allüberall umschweben,In ihrem selig süssen Hauche leben, —
Dach kann ich's nicht, mein krankes Herze bricht.
Ans dem gebrvchnen Herzen fühl' ich fließenMein heißes Blut, ich fühle mich ermatten,lind aar den Augen wird's mir trüb und trüber.
lind heimlich schauernd sehn' ich mich hinüberNach jenem Ncbclrcich, wo stille SchattenMit weichen Armen liebend mich umschließen
(1822—1823.)
Meine Qual und meine KlagenHab' ich in dies Buch gegossen,Und wenn dn es ausgeschlagen,Hat sich dir mein Herz erschlossen.
P.r oto z.
Es war mal ein Ritter, trübselig und stumm,Mit hohlen, schneeweißen Wangen;
Er wankte und schlenderte schlotternd herum,In dumpfen Träumen besangen.