Vorrede
zur dritten Auflage.
Das ist der alte Märchcnwald!
Es duftet die Lindenblüte!
Der wunderbare MondenglanzBezaubert mein Gemüte,
Ich ging fürbaß, und wie ich ging,Erklang es in der Höhe.
Das ist die Nachtigall, sie singtVan Lieb' und Liebeswche.
Sie singt von Lieb' und Liebesweh',Von Thrttuen und von Lachen,
Sie jubelt so traurig, sie schluchzet so froh,Vergessene Träume erwachen. —
Ich ging fürbaß, und wie ich ging,Da sah ich vor mir liegenAns freiem Platz ein großes Schloß,Die Giebel hoch aufstiegen.
Verschlossene Fenster, überallEin Schweigen und ein Trauer»;Es schien, als wohne der stille TodIn diesen öden Mauern.
Dort vor dem Thor lag eine Sphinx,Ein Zwitter von Schrecken und Lüsten,Der Leib und die Tatzen wie ein Low',Ein Weib an Haupt und Brüsten.
Ein schönes Weib! Der weiße Blick,Er sprach von wildem Begehren;Die stummen Lippen wölbten sichUnd lächelten stilles Gewähren.
Die Nachtigall, sie sang so süß,Ich könnt' nicht widerstehen —
Und als ich küßte das holde Gesicht,Da war's um mich geschehen.