Druckschrift 
1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Junge Heiden.

(1817-1821.)

Traumbilder.

i.

Mir träumte einst mm wildem Licbcsglühn,Von hübschen Linken, Myrten nnd Nesede,

Bon süßen Lippen nnd Mm bittrer Rede,

Von düstrer Lieder düstcrn Melodien.

Verblichen nnd verweht sind längst die Träume,Verweht ist gar mein liebstes Traumgcbild!

Geblieben ist mir nnr, was glutcnwildIch einst gegossen Hab' in weiche Reime.

Du bliebst, verwaistes Lied! Verweh jetzt auch,Und snch' das Traumbild, das mir längst entschwunden,Und grüß es mir, wenn du es aufgefundenDem lust'gcn Schatten send' ich luft'gen Hauch.

2. ,

Ein Traum, gar seltsam schauerlich,Ergötzte nnd erschreckte mich.

Noch schwebt mir vor manch grausig Nild,Und in dem Herzen wogt es wild.

Das war ein Garten, wunderschön,Da wollt' ich lustig mich ergeh»;

Viel schöne Blum«, sahn mich an,Ich hatte meine Freude dran.

ES zwitscherten die VögeleinBiel' muntre Licbcsmelodein;

Die Scmne rot, von Gold umstrahlt,Die Blumen lustig bunt bemalt.

Viel Balsamduft aus Kräutern rinnt,Die Lüste wehen lieb nnd lind;

Und alles schimmert, alles lacht,

Und zeigt mir freundlich seine Pracht.