Buch der Lieder.
4.
Ich kann es nicht vergessen,Geliebte«, holdes Weib,
Daß ich dich einst besessen,
Die Seele nnd den Leib.
Den Leib möcht' ich noch haben,Den Leib, so zart und jung;
Die Seele könnt ihr begraben,Hab' selber Seele genung.
Ich will meine Seele zerschneiden,Und hauchen die Hälfte dir ein,Und null dich umschlingen, nur müssenGanz Leib und Seele sein.
5.
Freundschaft, Liebe, Stein der Weisen,Diese dreie hört' ich preisen,
Und ich pries und suchte sie,
Aber, ach! ich fand sie nie.
6.
Es schauen die Blumen alleZur leuchtenden Sonne hinauf;Es nehmen die Ströme alleZum leuchtenden Meere den Lauf.
Es flattern die Lieder alleZu meinem leuchtenden Lieb —
Nehmt mit meine Thränen und Seufzer,Ihr Lieder, wehmütig und trüb!
Zur „Heimkehr".
i.
Du Lilie meiner Liebe,Du stehst so träumend am Bach,lind schaust hinein so trübe,Und flüsterst „Weh" und „Ach!"
„Geh fort mit deinem Gekose!Ich weiß es, du falscher Mann,Daß meine Cousine, die Rose,Dein falsches Herz gewann."