Anhang älterer Gedichte.
2.
In den Küssen welche Lüge!
Welche Wanne in dem Schein!Ach, wie süß ist das Betrügen,Süßer das Betrogenscin!
Liebchen, wie du dich auch wehrest,Weiß ich doch, was du erlaubst!Glauben will ich, was du schwörest,Schwören will ich, was du glaubst.
3.
Zu der Lauheit und der FlauheitDeiner Seele paßte nichtMeiner Liebe wilde Rauheit,Die sich Bahn durch Felsen bricht.
Du, du liebtest die ChausseenIn der Liebe, und ich schau'
Dich am Arm des Gatten gehen,Eine brave, schwangre Frau.
4.
O, mein gnädiges Fräulein, erlaubtMir krankem Sohn der Binsen,Daß schlummernd ruhe mein SängerhanptAuf Eurem Schwanenbusen!
„Mein Herr! wie können Sie es wagen,Mir so was in Gesellschaft zu sagen?"
6.
Hast du die Lippen mir wund geküßt,So küsse sie wieder heil,
Und wenn du bis Abend nicht fertig bist,So hat es auch keine Eil'.
Du hast ja noch die ganze Nacht,Du Herzallerliebste mein!
Man kann in solch einer ganzen NachtNiel küssen und selig sein.