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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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172
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172 Buch der Lieder.

Dir Rncht ans dem Drnchenfels.

Nu Fritz >i. B.

Ilm Mitternacht war schon die Burg erstiegen,Der Holzstoß flammte auf am Fuß der Mauern,

Und wie die Burschen lustig niederkanern,

Erscholl das Lied von Deutschlands heil'gen Siegen.

Wir tranken Deutschlands Wohl ans Rheinweinkrügcn,Wir sahn den Burggeist auf dem Turme lauern,

Biel dunkle Ritterschatten uns umschancrn,

Viel Ncbelfraun bei uns vorübcrfliegen.

Und aus den Türmen steigt cur tiefes Ächzen,

Es klirrt und rasselt, und die Eulen krächzen!

Dazwischen heult des Nordsturms Wntgebrause.

Sieh nun, mein Freund! so eine Nacht durchwacht' ichAuf hohem DrachenfelS, doch leider bracht' ichDen Schnupfen und den Husten mit nach Hause.

An Fritz St(einmann).

Ins Stammbuch.

Die Schlechten siegen, untergehn die Wackern,

Statt Myrten lobt man nur die dürren Pappeln,Worin die Abendwinde tüchtig rappeln,

Statt stiller Glut lobt man nur Helles Flackern.

Vergebens wirst du den Parnaß beackern,

Und Bild auf Bild und Blum' auf Blume stapeln,Vergebens wirst du dich zu Tode zappeln,

Verstehst du's nicht, noch vor dem Ei zu gackern.

Auch mußt du wie ein Kampfstier dich behörncn,Und Schutz- und Trutz-Kritiken schreiben lernen,Und kräftig oft in die Posaune schmettern.

Auch schreibe nicht für Nachwelt, schreib' für Pöbel,Der Knalleffekt sei deiner Dichtung Hebel,Und bald wird dich die Galerie vergöttern.

An Sic.

Die roten Blumen hier und auch die bleichen,Die einst geblüht aus blnt'gen Herzenswundcn,Die Hab' ich nun zum schmucken Strauß verbunden,Und will ihn dir, du schöne Herrin, reichen.

Nimm huldreich hin die treuen Sangesknnden;Ich kann ja nicht aus diesem Leben weichen,Ohn' rückzulassen dir ein Liebeszeichen

Gedenke mein, wenn ich den Tod gefunden!