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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
161
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Anhang älterer Gedichte, 161

Die auf kalter BergeSfestcMänner mit der EisenhandPflegten als der Blumen beste

Gastlichkeit wird sie genannt.

Müder Wandrer, steige nimmerNach der hohen Bnrg hinan;

Statt der gastlich warmen ZimmerKalte Wände dich empfahlt.

Von dem Wartturm bläst kein Wächter,

Keine Fallbrück' rollt herab;

Denn der Burgherr und der WächterSchlummern längst im kühlen Grab.

Jli den dunkeln Särgen ruhenAuch die Frauen minnehvld;

Wahrlich hegen solche TruhenReichern Schah denn Perl' und Gold.

Heimlich schauern da die LüfteWie von Minnesängerhauch;

Denn in diese heil'gen GrüfteStieg die fromme Minne auch.

Zwar auch unsre Damen preis' ich,

Denn sie blühen wie der Mai,

Lieben auch, und üben fleißigTanzen, Sticken, Malerei.

Singen auch in süßen ReimenVon der alten Lieb' und Treu,

Freilich zweifelnd im geheimen,

Ob das Märchen möglich sei.

Unsre Mütter einst erkannten,

Sinnig, wie die Einfalt Pflegt,

Daß den schönsten der DemantenNur der Mensch im Busen trägt.

Ganz nicht auS der Art geschlagenSind die klugen Töchterlein;

Denn die Fraun in nnsern TagenLieben auch die Edelstein'!

Aberglauben, Trug und LügeHerrschen Leben ohne Reiz;

Und die schöne JordansperleHat verfälscht des Römers Geiz.

Heine 's Werke. I. Bd. II