Die Nordsee. 143
Hoiho! Hoiho! Da kommt der Wind!
Die Segel auf! Sie flattern und fchwelln!
Über die stillverderbliche FlächeEilet das Schiff,
Und es jauchzt die befreite Seele.
12.
Frieden.
Hoch am Himmel stand die Sonne,Von weißen Wolken umwogt;
Das Meer war still,
Und sinnend lag ich am Steuer des Schiffes,
Träumerisch sinnend, — und, halb im Wachen
Und halb im Schlummer, schaute ich Christus,
Den Heiland der Welt.
Im wallend weißen Gewände
Wandelt' er riesengroß
Über Land und Meer;
Es ragte sein Haupt in den Himmel,
Die Hände streckte er segnend
Über Land und Meer;
Und als ein Herz in der Brust
Trug er die Sonne,
Die rote, flammende Sonne;
Und das rote, flammende Sonnenhcrz
Goß seine Guadenstrahlcn
Und sein holdes, liebseliges Licht,
Erleuchtend und wärmend,
Über Land und Meer.
Glockenklänge zogen feierlichHin und her, zogen wie SchwäneAn Rosenbändern, das gleitende Schiff,Und.zogen es spielend ans grüne Ufer,Wo Menschen wohnen, in hochgetiirmter,Nagender Stadt.
O Friedenswunder! Wie still die Stadt,Es ruhte das dumpfe GeräuschDer schwatzenden, schwülen Gewerbe,
Und durch die reinen, hallenden StraßenWandelten Menschen, weißgekleidete,Palmzwcigtragendc,
Und Ivo sich zwei begegneten,