142 Buch der Lieder.
Aus kindischer Laune,
Und konntest nicht mehr herauf,
Und saßest fremd unter fremden Leuten,
Jahrhunderte lang,
Derweilen ich, die Seele voll Gram,
Auf der ganzen Erde dich suchte,
Und immer dich suchte,
Du Jmmergeliebte,
Du Lttngstverlvrene,
Du Endlichgefundene —
Ich Hab' dich gefunden und schaue wieder
Dein süßes Gesicht,
Die klugen, treuen Augen,
Das liebe Lächeln —
Und nimmer will ich dich wieder verlassen,Und ich komme hinab zu dir.
Und mit ausgebreiteten ArmenStürz' ich hinab an dein Herz —
Aber zur rechten Zeit nochErgriff mich beim Fuß der Kapitän,Und zog mich vom Schiffsrand,
Und rief, ärgerlich lachend:
„Doktor, sind Sie des Teufels?"
II.
Reinigung.
Bleib du in deiner Meerestiefe,Wahnsinniger Traum,
Der du einst so manche NachtMein Herz mi^ falschem Glück gequält hast,Und jetzt als SeegespenstSogar am hellen Tage mich bedrohest —Bleib du dort unten in Ewigkeit,
Und ich werfe noch zu dir hinabAll meine Schmerzen und Sünden,
Und die Schellenkappe der Thorheit,
Die so lange mein Haupt nmklingelt,Und die kalte, gleißende SchlangenhautDer Heuchelei,
Die mir so lang die Seele umwunden,Die kranke Seele,
Die gottvcrlcugnende, engelverleugnende,Unselige Seele —