Druckschrift 
1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

Aus der Harzrcise.

Tausend Ritter, wohlgcwnppnet,

Hat der hcil'ge Geist erwählt,

Seinen Willen zu erfüllen;

Und er hat sie mntbeseelt.

Ihre leurcn Schwerter blitzen,

Ihre guten Banner Wehn!

Ei, du möchtest wohl, mein Kindchen,Solche stolze Ritter sehn?

Nun, so schau mich an, mein Kindchen,Küsse mich, und schaue dreist;

Denn ich selber bin ein solcherRitter von dem heil'gen Geist.

3.

Still versteckt der Mond sich dranßenHinterm grünen Tannenbainn,

Und im Zimmer unsre LampeFlackert matt und leuchtet kaum.

Aber ineine blauen SterneStrahlen ans in Heilerin Licht,

Und es glühn die Purpnrröslcin,Und das liebe Mädchen spricht:

Kleines Völkchen, Wichtelmännchen,Stehlen unser Brot und Speck,

Abends liegt eS noch im Kasten,Und des Morgens ist es weg.

Kleines Völkchen, unsre SahneNascht es von der Milch, und läßtUnbedeckt die Schüssel stehen,

Und die Katze säuft den Rest.

Und die Katz' ist eine Hexe,

Denii sie schleicht bei Stacht und SturmDrüben nach dem Geistcrberge,

Nach dem altverfallnen Turm.

Dort hat einst ein Schloß gestanden,Voller Lust und Waffenglanz;

Blanke Ritter, Fraun und KnappenSchwangen sich im Fackeltanz.

Da verwünschte Schloß und LeuteEine böse Zauberin;

Nur die Trümmer blieben stehen,Und die Eulen nisten drin.