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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
126
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Buch der Lieder.

Doch die scl'ge Muhme sagte:

Wenn mau spricht das rechte Wort,

Nächtlich zu der rechten Stunde,

Drüben an dem rechten Ort,

So verwandeln sich die TrümmerWieder in ein Helles Schloß,

Und es tanzen wieder lustigRitter, Fraun und Knappentroß;

Und wer jenes Wort gesprochen,Dem gehören Schloß und Leut',

Pauken und Trompeten huld'gcuSeiner jungen Herrlichkeit."

Also blühen MärchenbilderAus des MundeS Röselein,

Und die Augen gießen drüberIhren blauen Sternenschein.

Ihre goldnen Haare wickeltMir die Kleine um die Händ',

Giebt den Fingern hübsche Namen,

Lacht und küßt, und schweigt am End'.

Und im stillen Zimmer allesBlickt mich an so wohlvertraut;

Tisch und Schrank, mir ist, als hätt' ichSie schon früher mal geschaut.

Freundlich ernsthaft schwatzt die Wanduhr,Und die Zither, hörbar kaum,

Fängt von selber an zu klingen,

Und ich sitze wie im Traum.

Jctzo ist die rechte Stunde,

Und es ist der rechte Ort;

Ja, ich glaube, von den LippenGleitet mir das rechte Wort.

Siehst du, Kindchen, wie schon dämmertUnd erbebt die Mitternacht!

Bach und Tannen brausen lauter,

Und der alte Berg erwacht.

Zitherklang und ZwergenliederTönen aus des Berges Spalt,

Und es sprießt, wie'n toller Frühling,Draus hervor ein Blumenwald;