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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
123
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Aus der Harzreise.

Und die Kleine flüstert leise,

Leise, mit gedämpftem Laut;

Manches wichtige GeheimnisHat sie mir schon anvertraut.

Aber seit die Muhme tot ist,

Können wir ja nicht mehr gehnNach dem Schützenhof zu Goslar,

Törten ist es gar zu schön.

Hier dagegen ist es einsam,

Ans der kalten Bergeshöh',

Und des Winters sind wir gänzlichWie begraben in dem Schnee.

Und ich bin ein banges Mädchen,Und ich furcht' mich wie ein KindVor den bösen Bergesgeistern,

Die des Nachts geschäftig sind."

Plötzlich schweigt die liebe Kleine,Wie vom eignen Wort erschreckt,

Und sie hat mit beiden HändchenIhre Äugelein bedeckt.

Lauter rauscht die Tanne draußen,Und das Spinnrad schnurrt und brummt,Und die Zither klingt dazwischen,

Und die alte Weise summt:

Furcht' dich nicht, du liebes Kindchen,Vor der bösen Geister Macht!

Tag und Nacht, du liebes Kindchen,Halten Englein bei dir Wacht!"

2.

Tannenbaum, mit grünen Fingern,Pocht ans niedre Fensterlcin,

Und der Mond, der stille Lauscher,Wirft sein goldnes Licht herein.

Vater, Mutter schnarchen leiseIn dem nahen Schlafgemach;

Doch wir beide, selig schwatzend,Halten uns einander wach.

Daß du gar zu oft gebetet,Das zu glauben wird mir schwer,Jenes Zucken deiner LippenKommt wohl nicht vom Beten her.