Die Heimkehr.
Ach, incine Liebe selberZerfloß wie eitel Hauch!Du alte, einsame Throne,Zerfließe jetznnder auch!
30.
Der bleiche, herbstliche HalbmondLugt ans den Wolken heraus;
Ganz einsam liegt auf dem KirchhofDas stille Pfarrerhans.
Die Mutter liest in der Bibel.Der Sohn, der starret ins Licht,Schlaftrunken dehnt sich die ältre,Die jüngere Tochter spricht:
„Ach Gott, wie einem die TageLangweilig hier vergeh»!
Nur wenn sie einen begraben,
Bekommen wir etwas zu sehn."
Die Mutter spricht zwischen dem Lesen:„Du irrst, es starben nur vier,
Seit man deinen Vater begrabenDort an der Kirchhofsthür."
aDie ältre Tochter gähnet:
„Ich will nicht verhungern bei euch,Ich gehe morgen zum Grafen,
Und der ist verliebt und reich."
Der Sohn bricht aus in Lachen:
„Drei Jäger zechen im Stern,Die machen Gold und lehrenMir das Geheimnis gern."
Die Mutter wirft ihm die BibelIns magre Gesicht hinein:
„So willst du, Gottverfluchter,Ein Straßenräuber sein!"
Sie hören pochen ans Fenster,Und sehn eine winkende Hand;
Der tote Vater steht draußenIm schwarzen Prcd'gergcwand.