Buch der Lieder.
31.
Das ist ein schlechtes Wetter,Es regnet und stürmt und schneit;Ich sitze am Fenster und schaueHinaus in die Dunkelheit.
Da schimmert ein einsames Lichtchen.Das wandelt langsam fort;Ein Mütterchen mit dem LaternchenWankt über die Straße dort.
Ich glaube, Mehl und EierUnd Butter kaufte sie ein;
Sie will einen Kuchen backenFürs große Tochterlein.
Die liegt zu Hans im Lehnstuhl,Und blinzelt schläfrig ins Licht;Die goldnen Locken wallenWer das siiße Gesicht.
32.
Man glaubt, daß ich mich grämeIn bitterm Liebesleid,
Und endlich glaub' ich es selber,So gut wie andre Leut'.
Du Kleine mit großen Augen,Ich Hab' es dir immer gesagt,Daß ich dich unsäglich liebe,Daß Liebe mein Herz zernagt.
Doch nur in einsamer KammerSprach ich auf solche Art,
Und ach! ich Hab' immer geschwiegenIn deiner Gegenwart.
Da gab es böse Engel,
Die hielten mir zu den Mund;Und ach! durch böse EngelBin ich so elend jetztund.
33.
Deine weißen Lilienfinger,Könnt' ich sie noch einmal küssen.Und sie drücken an mein Herz,Und vergeh» in stillem Weine»!