Junge Leiden.
O süßes Frätzchcn, wnndcrsüßes Niädchen!Wie konnte mich dein klares Äuglein täuschen?Wie könnt' dein Pfötchen mir das Herz zerfleischen?
O meines Kätzchens wnndcrzartes Pfötche»!Könnt' ich dich an die glühnden Lippen Pressen,Und könnt' mein Herz verbluten unterdessen!
8.
Wie nähm' die Armut bald bei nur ein Ende,Wüßt' ich den Pinsel kunstgerecht zu sichrenUnd hübsch mit bunten Bildern zu verzierenDer Kirchen und der Schlösser stolze Wände.
Wie flösse bald mir zu des Goldes Spende,Wüßt' ich auf Flöten, Geigen und KlavierenSo rührend und so fein zu musizieren,Daß Herrn und Damen klatschten in die Hände.
Doch, ach! mir Armen lächelt Mammon nie;Denn leider, leider! trieb ich dich alleine,Brotloseste der Künste, Poesie!
Und ach! wenn andre sich mit vollen HumpenZum Gvtte trinken im Champagnerweine,
Dann muß ich dürsten, oder ich muß — pumpen.
S.
Die Welt war mir nur eine Marterkammcr,Wo man mich bei den Füßen aufgehangenUnd mir gezwickt den Leib mit glühnden ZangenUnd eingeklemmt in enger Eisenklammer.
Wild schrie ich ans vor namenlosem Jammer,Blutströme nur aus Mund und Augen sprangen,Da gab ein Mägdlein, das vorbeigegangen,Mir schnell den Gnadenstoß mit goldnem Hammer.
Neugierig sieht sie zu, wie mir im KrämpfeDie Glieder zucken, wie im TodeskampfeDie Zung' aus blut'gcm Munde hängt und lechzet.
Neugierig horcht sie, wie mein Herz noch ächzet,Musik ist ihr mein letztes TvdeSröcheln,Und spvttend steht sie da mit kaltem Lächeln.
10.
Du sahst mich oft im Kampf mit jenen Schlingeln,Geschminkten Katzen und bebrillten Pudeln,
Die mir den blanken Namen gern besudeln,
Und mich so gerne ins Berderben züngeln.
einc'S Wcrlc. I. Bd. 4