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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
47
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Junge Leiden. 47

Gieb her gemeine Worte und Manieren,

Ich zeige mich in Pöbelart versunken,

Verleugne all die schönen Geistesfunken,

Womit jetzt fade Schlingel kokettieren.

So tanz' ich auf dem großen MaSkenballe,

Umschwärmt von deutschen Rittern, Mönchen, Kön'gcn,Von Harlekin gegrüßt, erkannt von wcn'gen.

Mit ihrem Holzschwert prügeln sie mich alle.

Das ist der Spaß. Denn wollt' ich mich entmnmmen,So müßte all das Galgenpack verstummen.

3.

Ich lache ob den abgeschmackten Lassen,Die mich anglotzen mit den BvckSgesichtern;Ich lache ob den Füchsen, die so nüchternUnd hämisch mich beschnüffeln und begaffen.

Ich lache ob den hochgelnhrtcn Affen,

Die sich aufblähn zu stolzen Geistesrichtern;Ich lache ob den feigen Bösewichtern,

Die mich bedrohn mit giftgetrttnkten Waffen.

Denn wenn des Glückes hübsche SiebensachenUns von des Schicksals Händen sind zerbrochen,Und so zu nnsern Füßen hingeschmissen;

Und wenn das Herz im Leibe ist zerrissen,Zerrissen, und zerschnitten, und zerstochen,Dann bleibt uns doch das schöne gelle Lachen.

4.

Im Hirn spukt niir ein Märchen wunderfein,Und in dem Märchen klingt ein feines Lied,

Und in dem Liede lebt und webt und blühtEin wunderschönes zartes Mägdelein.

Und in dem Mägdlein wohnt ein Herzchen klein,Doch in dem Herzchen keine Liebe glüht;

In dieses lieblos frostige GemütKam Hochmut nur und Übermut hinein.

Hörst du, lvie nur im Kopf das Märchen klinget 7Und wie das Licdchen summet ernst und schaurig?Und wie das Mägdlein kichert, leise, leise?

Ich fürchte nur, daß mir der Kopf zerspringet, -Und ach! da wär's doch gar entsetzlich traurig,Käm' der Verstand mir ans dem alten Gleise.